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Donnerstag, Juli 31, 2008

US Congress entschuldigt sich offiziell für Versklavung und Jim Crow

Aus der gestrigen Washington Post:
The House yesterday apologized to black Americans, more than 140 years after slavery was abolished, for the "fundamental injustice, cruelty, brutality and inhumanity of slavery and Jim Crow" segregation.
[...]

In February, the Senate apologized for atrocities committed against Native Americans, and the body apologized in 2005 for standing by during a lynching campaign against African Americans throughout much of the past century. Twenty years ago, Congress apologized for interning Japanese Americans in concentration camps during World War II.

Congress has considered a similar apology for the slavery and Jim Crow eras, a gesture long sought by African Americans. Such efforts were always bogged down by concerns that the apology would prompt a greater call for reparations for slavery.

In recent years, black activists seeking reparations for slavery have gotten private companies, such as banks, insurers and railroads, to apologize for playing a role in bankrolling, insuring, capturing and transporting slaves.


Mit Dank an Eleonore für den Hinweis

Samstag, Juli 12, 2008

Abendblatt über Schimmelmann

Als damals das Schandmal für den Menschenhändler Schimmelmann aufgestellt wurde, hielt sich das Hamburger Abendblatt vornehm mit der Berichterstattung zurück. Vor allem von den Protesten gab es wenig zu sehen. Die Mopo dagegen berichtete regelmäßig und inklusive Titelseite. Damals war auch die Hamburger GAL ganz weit vorne dabei und stellte mehrmals Anträge auf einen sofortigen Abriss. Die SPD-Fraktion war auch dagegen, stellte aber gemäßigtere Forderungen. Die CDU-Fraktion nutzte ihre absolute Mehrheit (aus), um alle Proteste abzuschmettern und ihrem Bezirksamtsleiter Gerhard Fuchs eine "weiße Weste" für seine Beförderung zum Staatsrat zu ermöglichen (klick).

Mittlerweile ist die SPD die Partei, die sich in Wandsbek die Abschaffung des Schandmals zum Ziel gesetzt hat. CDU und GAL stimmen dem SPD-Antrag zu und plötzlich berichtet auch regelmäßig das Abendblatt (dafür gibt's in der Mopo nur noch Randnotizen). Hier ein Ausschnitt aus einem Artikel von heute, den ich sehr erfreulich finde, mich aber trotzdem sehr wundern muss, dass man Schimmelmann erst jetzt dort so schlimm zu finden scheint und Dierk Strothmann in folgender Weise über ihn berichten lässt:

Es gehört sich nun einmal für jeden anständigen Menschen, zu dem zu stehen was er getan hat - auch wenn es schlimm und peinlich ist. Und wenn etwas falsch ist, dann ist es falsch, selbst dann, wenn es alle machen. So ist das auch mit Hamburg und dem Sklavenhandel.

Als vor einiger Zeit in Wandsbek eine Büste des Kaufmanns Heinrich Carl von Schimmelmann, der am 13. Juli 1724 geboren wurde, aufgestellt wurde, da war die Aufregung groß - mit Recht, denn dieser Schimmelmann war ohne jeden Zweifel ein ganz Großer im rücksichtslosen Vertrieb der Ware Mensch und wurde dadurch so reich, dass er sich am Michel einen Stadtpalast und das Ahrensburger Schloss (inklusive mehrerer Hundert Leibeigener) sowie das Gut Wandsbek kaufen konnte. Sein vielleicht doch ein wenig angekratztes Gewissen beruhigte er mit "milden Stiftungen für Arme" und der Gründung des "Wandsbeker Bothen".

Warum nicht gleich so? Man kann sich nur wundern...

Sonntag, Juni 29, 2008

Bundestag lehnt Reparationen für Nama und Herero ab

"Der im Juni 2007 von der Fraktion Die Linke in Kooperation mit Herero-Paramount-Chief Kuaima Riruako in den Bundestag eingebrachte Antrag zur „Anerkennung und Wiedergutmachung der deutschen Kolonialverbrechen“ ist gestern in 2. Lesung abgelehnt worden."
Mehr hier

Mittwoch, Juni 25, 2008

Maritimes Museum verklärt Kolonialismus und NS

Hamburg hat eine neue Attraktion, die heute u.a. von Bundespräsident Horst Köhler eingeweiht wurde: Das Internationale Maritime Museum, dessen Stücke aus einer Militaria-Privatsammlung stammen. Bis zur Eröffnung gab es kein inhaltliches Konzept, das in irgend einer Form nach pädagogischen oder historischen Gesichtspunkten geprüft werden konnte. Trotzdem gab es eine millionenschwere Geldförderung von der Stadt Hamburg und den Kaispeicher B für 99 Jahre mietfrei dazu. Kaispeicher B durch Vitamin B kostenlos und Kohle obendrauf.
Offenbar ist die Aufbereitung der Ausstellung so unkritisch, bzw. verherllichend, wie zuvor befürchtet. So schreibt Till Briegleb in der heutigen SZ (danke an afrika-hamburg für den Hinweis):
Die Kritik, die anlässlich dieser Entscheidung an der Qualität und dem pädagogischen Wert von Tamms Sammlung sowie an gewissen Berührungspunkten Tamms zu Personen von zweifelhafter demokratischerGesinnung geäußert wurde, schmetterte der Verlagspatriarch stets ab. (...)

Sachliche Information besteht aus unkritischer Kolonialgeschichte und ausführlichen Erinnerungen der kaiserlichen Admiralität, deren Ordensnachlass und Hutschachteln dazu noch prunkvoll inszeniert werden.

Statt die Gräueltaten der Herrenmenschen in Afrika und Europa zu dokumentieren, beschreibt die Ausstellung lieber in ermüdenderAusführlichkeit die technischen Details von Torpedos und Panzerschiffen. (...)

Dabei verrutscht das Deutsch aus Militaria-Katalogen, das die Hinweisschildchen dominiert, auch gerne mal ins technokratisch Entwürdigende, etwa wenn in der einen kleinen Schautafel, die die Sklaverei behandelt, ihre Notwendigkeit so erklärt wird: "Mit derEroberung amerikanischer Kolonien wuchs der Bedarf an billigen Arbeitskräften. Um die hohe Sterberate unter Indianern auszugleichen,bediente man sich bald afrikanischer Sklaven". (...)

Wenn Herrschaftsgeschichte wieder Opfergeschichte aus dem Museum verdrängt, ist Mahnung gefragt, nicht Salbung.

Schon vorab befasste man sich bei dem Projekt "Feld für Kunst" intensiv mit dem Projekt, wo auch bis zum 18.07. noch weitere Veranstaltungen stattfinden, bei denen man sich kritisch auseinandersetzen kann: klick

Donnerstag, Mai 15, 2008

Schimmelmann: der böse Spuk ist doch noch nicht vertrieben

Wie mir gerade von der GAL-Fraktion aus Wandsbek mitgeteilt wurde, war der Artikel im Hamburger Abendblatt leider nur eine Ente:

Leider hat das Abendblatt schlecht recherchiert und die Unterscheidung zwischen einem Beschluss und einer Überweisung falsch wiedergegeben.
Beschlossen wurde nur, dass der Antrag auf Entfernung der Schimmelmann-Büste in den Kulturausschuss überwiesen wurde. Dort wird weiter beraten. Die CDU zeigt nun allerdingsBewegung überhaupt über das Thema zu sprechen, weil sie den Antrag nicht gleich abgelehnt hat. Wir haben Hoffnung, dass die Büste in absehbarer Zeit abgebaut wird, mehr leider aber nicht. Wann der Ausschuss tagt ist noch nicht klar, weil der Ausschuss noch gar nicht gebildet wurde. Vermutlich wird der Termin im Juni liegen.

Viele Grüße
Olaf Duge

Was kann man dazu noch sagen?
Es tut mir persönlich sehr Leid, dass diese Information nun so viele, die sich über den Erfolg der Schwarzen Community gefreut hatten, enttäuscht.
Verloren ist der Kampf allerdings noch nicht, er ist nur leider noch nicht gewonnen.

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NACHTRAG 22.05.2008

Offensichtlich war diese Aussage der GAL fehlerhaft und von ominösen Interessen motiviert. Nach einer schriftlichen Rückfrage durch die Black Community an GAL und SPD reagierte einzig die SPD mit einer Klarstellung, aus der ich einen Auszug hier veröffentlicht habe. Die Version der SPD wurde mittlerweile verifiziert und das bedeutet, dass SCHIMMELMANN VERSCHWINDET!

Montag, April 28, 2008

Schimmelmann: It ain't over before it's gone

Das Denkmal steht noch immer und wir haben das nicht vergessen und uns auch nicht damit abgefunden. Die Leser von BLACKprint werden ab und an daran erinnert. Zum Beispiel mit einem Film von Skrollan Alwert:

Freitag, Dezember 28, 2007

Essay online

Grada Kilomba The Mask: Remembering Slavery, Understanding Trauma
By Grada Kilomba, writer and psychologist from the West African Islands Sao Tomé e Príncipe, works predominantly as a writer and as a lecturer to the topics: Psychoanalysis, Slavery, Colonialism, Trauma and Memory. http://www.gradakilomba.com/

There is a mask, from which I heard many times during my childhood. The many recountings and the detailed descriptions seemed to warn me that those were not simple facts of the past, but living memories buried in our psyche, ready to be told. Today, I want to re-tell them. I want to speak about that brutal mask of speechlessness.

Whole text

Dienstag, Juni 19, 2007

Tag der Freiheit!

Today is the 142nd anniversary of Juneteenth, the annual celebration of Black freedom.

Even though the Emancipation Proclamation declared the official end of slavery on January 1, 1863, most enslaved Africans in America did not find out until much later. Among the last to find out were slaves in Galveston, Texas, who did not learn of their freedom until Union soldiers marched into town on June 19, 1865.

Upon hearing the news, Black people celebrated by laughing, crying, praying, and dancing in the streets for days.

Although Juneteenth is only officially recognized as a holiday in the state of Texas, people throughout the country use the day to honor the Black freedom struggle.

Let us use this day to reflect upon and give thanks for the freedoms that we have. Also, let us renew our commitment to fight against the various forms of unfreedom that undermine all of our prosperity.

May the ancestors be pleased with us.

geklaut bei Marc Lamont Hill

Samstag, Mai 05, 2007

Mehr zur kolonialen Vergangenheit Hamburgs

Presse-Information des Eine Welt Netzwerks Hamburg:

„Tansania-Park“ oder Postkolonialer Erinnerungsort?
Eine Welt Netzwerk Hamburg kritisiert Vorgehensweise des Beirats und lädt zum
Rundgang durch die ehemalige Lettow-Vorbeck-Kaserne am 5. Mai

Der Bezirk Wandsbek hat einen Beirat berufen, der ein Konzept für die zukünftige Gestaltung des umstrittenen „Tansania-Parks“ entwickeln soll. Beteiligt sind VertreterInnen der Bezirksfraktionen, von Hamburger Behörden, dem Völkerkunde-Museum, der Bundeswehr-Universität und des Eine Welt Netzwerks Hamburg.

Zwar zeichnen sich nach langen Verhandlungen erste konkrete Schritte ab, doch das Eine Welt Netzwerk Hamburg kritisiert das Vorgehen des Beirats in mehreren Punkten:
• Ein historischer Parcours soll entwickelt werden, der die Denkmäler und weitere Baulichkeiten des Kasernengeländes durch Text- und Bildtafeln in ihren historischen Entstehungskontext stellt. Eines der Kasernengebäude zeigt beispielsweise ein Porträt von Lothar von Trotha, der 1904 den Befehl zum Völkermord an den Herero in Deutsch-Südwestafrika gab. Im Mittelpunkt des Parcours soll die Darstellung der deutschen Kolonialherrschaft in Afrika stehen.
Ein Schritt in die richtige Richtung, aber nicht genug, findet Heiko Möhle vom Eine Welt Netzwerk Hamburg. „An diesem Ort wurden jahrzehntelang die Vorkämpfer eines aggressiven Kolonialregimes geehrt, die bis zum Völkermord gingen. Es reicht nicht, an dieser Stelle Geschichte darzustellen, sondern hier muss ein würdevolles Gedenken an die Opfer von Kolonialismus und Rassismus ermöglicht werden“.
• Einige Beiratsmitglieder ziehen es vor, die heutigen, positiven Beziehungen zwischen Hamburg und Tansanias Hauptstadt Daressalam in den Vordergrund stellen. Zur Gegenwart gehöre aber auch, dass Menschen in Hamburg noch heute aufgrund ihrer Hautfarbe diskriminiert werden. Die Problematisierung dieses „kolonialen Erbes“ dürfe in der zukünftigen Erinnerungsstätte nicht fehlen, so Möhle.
• Kritik übt das Eine Welt Netzwerk auch an der Besetzung des Beirats. „Unsere Forderung, die ‚Black Community Hamburg’ zur Beteiligung einzuladen, wurde mehrfach von der Mehrheit im Beirat abgelehnt“, so Möhle. „Damit bringt sich das Gremium selbst um seine Legitimation“.

Zum Hintergrund: 1999 zog die Bundeswehr aus der Lettow-Vorbeck-Kaserne in Jenfeld (Bezirk Wandsbek) aus. Seit 2003 gibt es auf dem Gelände den „Tansania-Park“. Die kleine Grünanlage präsentiert Denkmäler aus der NS-Zeit, die von der Wehrmacht errichtet worden waren, um das koloniale Militär des Kaiserreichs zu verherrlichen. Gegen die bizarre Idee, diese
nationalsozialistischen Kolonialdenkmäler zu Symbolen deutsch-afrikanischer Völkerfreundschaft zu erklären, hat es in der Vergangenheit immer wieder Proteste gegeben.

Öffentlicher Rundgang am 5. Mai 2007
Auf einem Rundgang durch das für die Öffentlichkeit kaum zugängliche Kasernengelände erläutert Heiko Möhle vom Eine Welt Netzwerk Hamburg den Entstehungskontext der Denkmäler und führt in den Konflikt zwischen militaristischer Traditionspflege und postkolonialer Erinnerungskultur ein.
Zeit: Samstag, 5. Mai 2007, 15:00 Uhr
Ort: Kaserneneingang Wilsonstr. 49 (Bus Kuehnstraße Ost)
Dauer: ca. 1,5 Stunden
Preis: Die Teilnahme ist entgegen früherer Ankündigungen kostenlos!

Donnerstag, April 12, 2007

Montag, März 26, 2007

Links of the Day 03/26/ Links des Tages 26.03.

- Tod auf der Flucht: Wie sich bei der Flucht aus Somalia heute ähnliche Dinge (Ermordung, Vergewaltigung, Folter) abspielen, wie bei der "Middle Passage" vor einigen Jahrhunderten. Eine erschreckende Kontinuität, in der Afrikaner wie Gegenstände behandelt werden, die man nutzen und derer man sich dann auch wieder entledigen kann. Ob sich momentan auch Haie in der Nähe von Schlepper-Schiffen aufhalten, wie es früher der Fall war, wenn Schiffe mit versklavten Menschen die Meere überquerten?

- "Hitlers forgotten victims": Als Nachtrag zu dem Neuengamme-Post, hier ein weiterer Artikel zum Thema. Entgegen der relativierenden Darstellung von Rosa Fava, die die Führung in der Gedenkstätte Neuengamme durchgeführt hat, steht hier unter anderem:

"Hitler slaughtered between 10,000 and 25,000 black people, a fraction of the number of Jews killed, but undoubtedly an important part of history.
Black Germans were subjected to medical experiments, mass sterilisation drives and thrown in concentration camps."

Außerdem wird die KZ-Episode dort mit Kolonialismus und heutiger Weigerung zur Auseinandersetzung kontextualisiert.

-"Britain confronts legacy of slave trade": Entgegen der deutschen (Beispiel: Schimmelmann) Haltung, scheint man sich in GB langsam mit der "Uncomfortable Truth" auseinanderzusetzen. Dazu werden Gelder von der Regierung und 20 Mio von dem "Heritage Lottery Fund" eingesetzt.
"Along with spotlighting the past, the campaign also hopes to draw attention to new forms of slavery, whether in remote parts of Africa, Latin America and the Middle East or closer to home where immigrant women are forced into prostitution."

- "Ms Dynamite in Search of Nanny Maroon": Die Rapperin Ms Dynamite hat an einer TV-Dokumentation über Aufstände unter versklavten Menschen mitgewirkt. Im Interview sagt sie:

"I'm not making excuses but the fact that so many, or the majority, of black people in England are born straight into poverty, to me is a direct result of slavery and I do feel that something should be done.
If you look at London and all the amazing buildings, the banks, it's all built on slavery. We wouldn't have what we've got if it wasn't for this - so let's give a bit back."

- "Das ist Afrika": Der Tagesspiegel-Autor Kai Müller hat erkannt, wie und zum Teil auch aus welchen Gründen Afrika wie zuletzt in "Der letzte König von Schottland" beständig als grauenvoller, primitiver und geradezu verfluchter Ort dargestellt wird. Leider zieht er daraus keine Schlüsse und tappt selbst in die Falle der dauernden Perpetuierung dieser Stereotype. Außerdem kann er es sich nicht ersparen, permament von "Schwarzafrika", dem "Schwarzen Kontinent" zu sprechen. Da kommt eben der Weißeuropäer durch...

- Und zum Schluss ein kurzer Clip über "Womb Raider" Angelina Jolie. Passt auf eure Kids auf!


Montag, Februar 26, 2007

Virginia bedauert Versklavung von Afrikanern

Ausschnitte zu der letzten Samstag einstimmig verabschiedeten Resolution, in der "tiefes Bedauern" über die Versklavung ausgedrückt wurde. Weiterhin wurde "Sklaverei als abscheulichste aller Menschenrechtsvereltzungen" bezeichnet. Wie man auch in Virginia nach fast 400 Jahren zu dieser Weisheit kommt und wie diese Resolution einzuordnen ist? Lasst mich doch an Euren Gedanken dazu teilhaben!

FAZ:

Entschuldigung nach 388 Jahren

Von Katja Gelinsky, Washington



Sklaven, wie hier im Film „Amistad”, wurden in Ketten nach Amerika verschifft
25. Februar 2007
Vierhundert Jahre ist es her, dass auf einer Insel im Fluss James, im heutigen Bundesstaat Virginia die erste dauerhaft besiedelte Kolonie der Engländer in Amerika entstand. Zwölf Jahre später wurden die ersten in Ketten gelegten Afrikaner nach Jamestown gebracht. Doch es vergingen 388 Jahre bis schließlich am Samstag das Parlament von Virginia einstimmig eine Resolution verabschiedete, in der die Volksvertreter ihr „tiefes Bedauern“ über die Sklaverei ausdrücken.

Die Entschuldigung für „die schrecklichste aller Menschenrechtsverletzungen“, wie des in der Entschließung heißt, hat nicht nur für den Südstaat historische Bedeutung. Denn Virginia ist der erste amerikanische Bundesstaat überhaupt, der sich offiziell für die Sklaverei entschuldigt.

Bürgerrechtler fordern seit langem eine Entschuldigung

Auch von diesen fünf ehemaligen Präsidenten gab es nie eine offizielle Entschuldigung

Auch der Kongress in Washington hat dies bislang nicht getan; entsprechende Initiativen blieben bislang ohne Erfolg. Den größten Schritt in diese Richtung ging der Senat vor zwei Jahren, als er eine Resolution zur Praxis des Lynchens verabschiedete. Darin entschuldigte sich die Kammer bei den Tausenden Lynchopfern und deren Nachkommen.

Schwarze Bürgerrechtler haben auch immer wieder amerikanische Präsidenten zu einer offiziellen Entschuldigung für das Unrecht der Sklaverei aufgefordert. Gegner einer derartigen Maßnahme sagen indes, eine förmliche Entschuldigung sei nicht nötig, da mehrere Präsidenten zu verschiedenen Anlässen die Sklaverei in scharfen Worten verurteilt und ihr Bedauern darüber ausgedrückt hätten - so auch George W. Bush, als er 2003 die ehemalige Sklavenfestung Goree Island in Senegal besuchte.

Teil eines „Heilungsprozesses“

Dass die Vereinigten Staaten sich schwer damit tun, sich für das Verbrechen der Sklaverei offiziell zu entschuldigen, hat nicht nur mit Abwehrreaktionen Konservativer im tiefen Süden zu tun. Es gibt auch Stimmen von später Eingewanderten die sagen, dass sie sich nicht für Taten entschuldigen könnten und wollten, die weder sie noch ihre Vorfahren begangen hätten.

Ferner gibt es Befürchtungen, dass eine offizielle Entschuldigung Forderungen schwarzer Aktivisten nach Reparationszahlungen Vorschub leisten könne. Auch im Parlament von Virginia wurden derartige Argumente vorgetragen. Doch letztlich konnte man sich darauf verständigen, dass die Resolution Teil eines „Heilungsprozesses“ sei, der auch 388 Jahre nach Ankunft der ersten Sklaven in Jamestown erforderlich sei.

Auf diesen Heilungsprozess scheint man in Deutschland verzichten zu wollen, was zum Beispiel die Aufstellung, feierliche Einweihung und erbitterte Verteidigung der Schimmelmann-Büste in Hamburg-Wandsbek illustriert (zur Erinnerung: Carl Graf Heinrich von Schimmelmann war zu seiner Zeit der reichste Mann Europas und dieser Reichtum basierte darauf, dass er auch der größte europäische Versklaver mit eigenen Plantagen war und jährlich ca. 80,000 Afrikaner als Waren verschiffte)...

Samstag, Februar 24, 2007

News: Jamaica kämpft für Reparationen

'Pay us for slave labour'
Gov't, Opposition agree on need for reparations / $52 billion would suffice, says Holness
by Balford Henry Sunday Observer writer balfordh@jamaicaobserver.com
Sunday, February 18, 2007

Jamaica, which gained international acclaim for its part in the fight against South African Apartheid, is getting ready to throw itself behind the controversial Reparations Movement seeking compensation for chattel slavery.

ASSAMBA. we believe the movement cannot be strictly Jamaican, bearing in mind our common concerns and history

Both the Government and Opposition appeared last week to agree on the need for reparations from Britain out of its profits from the Transatlantic Slave Trade, which uprooted millions of Africans to give forced labour in the so-called New World, including Jamaica.

While the Government has not yet named a figure that would be sufficient compensation to Jamaicans, the Opposition suggested that the $52-billion price tagged to the Education Transformation project would suffice.

"The task force report says we need $52 billion to finance the transformation. We, as Jamaicans, should say to the British Government, and the case is quite clearly laid out, that our Parliament should make a direct claim on the British Government for them to fund our education system," said Andrew Holness, the Jamaica Labour Party (JLP) spokesman on education.

"I am not saying that they should fund it in perpetuity. (I'm suggesting) That they make a one-off payment to invest in the human resources of this country through our education system," Holness told the House of Representatives.
But the Government signalled its intention to seek a collective position with other Caribbean Community (Caricom) nations who share a common history of slavery.

WEITER


Sonntag, September 24, 2006

Schweiz "weiter" als Deutschland

Im Gegensatz zu der typisch deutschen Zurückhaltung, wenn es darum geht, sich mit alten Verbrechen zu konfrontieren, scheint die Schweiz jetzt einen Schritt weiter zu gehen und sich mit ihrem beträchtlichen Anteil an der Versklavung von Afrikanern und der Grundlage des nationalen Wohlstands auseinanderzusetzen: Swiss Info.

Swiss banks, for example, owned as much as a third of the Compagnie des Indes, a French company that held a monopoly over the West African slave trade, while trading houses financed and did business with slave traders.

Now that slavery has been internationally recognised as a crime against humanity, Fässler says Switzerland should take a fresh look at its past.

Following the legal cases involving victims of the Nazi and Apartheid regimes, Switzerland must now look at this other chapter of its history.

In Deutschland wird dagegen weiter so getan, als hätte man mit all dem nie etwas zu tun gehabt und als wären die bösen Amerikaner (noch heute ist der größte Anteil aller US-Amerikaner deutsch-stämmig!) alleine für das Übel der Sklaverei verantwortlich.

Witzig ist da fast, dass in Hamburg Wandsbek gerade ein Denkmal für einen Heinrich Carl von Schimmelmann, den einstmals reichsten Mann Europas aufgestellt wurde.

Woher das viele Geld kam, mit dem er in Hamburg so viel Gutes getan hat, wird auf der Plakette erklärt: er profitierte vom sog. Dreieckshandel "(Kattun, Gewehre, Sklaven, Zuckerrohr und Baumwolle)"


Jetzt die Preisfrage: Welche dieser - hübsch in Klammern aufgeführten - Waren wurden dank dieses Menschen nicht nur entführt, sondern ausgebeutet, gefoltert, vergewaltigt, ermordet und auf jede erdenkliche Weise gequält und ihrer Menschlichkeit beraubt?

Berichtet haben die Hamburger Morgenpost und Hamburger Abendblatt.