Freitag, August 01, 2008

Tell 'em, Sam!

Der Hamburger Rapper Samy Deluxe im Interview mit der taz (auf die ich immer schlechter zu sprechen bin, die bauen ja permanent Bockmist, wie auch auf anderen Blogs und hier zu lesen ist: klick, klick):
Was stört Sie denn an der heutigen Welt?

Wenn man durch die Straßen geht, sieht man: Dieses Land wird immer bunter. Wenn man aber den Fernseher einschaltet, dann ist Deutschland immer noch weiß. Das muss sich ändern. Deshalb habe ich mir was Neues für das Kürzel BRD ausgedacht: Nicht mehr Bundesrepublik Deutschland, sondern: Bunteres, reiferes Deutschland.

Inwiefern reifer?

Das Problem in Deutschland ist: In Deutschland heißt "nicht deutsch aussehen" auch "nicht deutsch sein". Das kann sich nur ändern, wenn Leute mit Migrationshintergrund in Positionen sind, wo das Land sie überall sieht. Nicht in Positionen wie "das ist mein türkischer Gemüsemann an der Ecke", sondern "ah, der ist Nachrichtensprecher, der hat einen türkischen Migrationshintergrund". Das will ich sehen, wenn ich den Fernseher anschalte.

Die Interviewerin Kübra Yücel konnte es leider nicht lassen, Samy als "Farbigen" zu bezeichnen. Für die weniger aufmerksamen BLACKprint-Leser an dieser Stelle nochmals der Verweis auf die Info von derbraunemob e.V. mediawatch zum Thema "Es gibt keine Farbigen": klick

Kommentare:

qüpra hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
qüpra hat gesagt…

Mein Kommentar hatte ich gelöscht, weil ich meine Meinung geändert hatte und nochmal darüber nachgedacht hatte, was eine angemessene Reaktion wäre. Wegen irgendwelcher technischer Probleme konnte ich meinen neuen Text leider nicht anfügen.
Hier also das, was ich gestern Abend schreiben wollte:

"Das tut mir Leid, das wusste ich nicht. Meine schwarzen/braunen (keine Ahnung, was nun der korrekte Begriff ist) Freundinnen ließen mir da immer freie Wahl. Da Samy aber in meinen Augen nicht schwarz (da Halbdeutsch und daher heller) war und "braun" mir zu sehr nach Sonnenstudio klang, wählte ich "farbig".
Ich finde es von euch richtig, auf solche Begriffsverwendungen hinzuweisen. Allerdings würde ich es schön finden, einen Verbesserungsvorschlag zu bekommen - für die Zukunft, damit ich weiß, welcher Begriff "ideal" ist. Wenn es denn einen idealen Begriff gibt.
Und möchte zur Hintergrundinfo ergänzen: Ich war die InterviewerIN, bin selber äußerlich offensichtlich nicht "Ur-Deutsch" und bin mit schwarzen/braunen Freundinnen aufgewachsen und noch immer eng befreundet. Die werde ich gleich morgen mal darauf ansprechen.
Und: Ich lese "die bauen ja permanent Bockmist". Das finde ich übertrieben. Da ich nur Praktikantin bin, kann ich ganz ohne Selbstlob sagen, dass die taz anderen Zeitungen in Themen wie Rassismus, Integration und Multi-Kultur meilenweit voraus ist."

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Also: Ich bestehe keinesfalls darauf, ich hätte Recht. Zumal ich mich einfach nie so mit der Thematik befasst habe, wie ihr es getan habt - daher wäre ein Beharren absolut absurd.
Die "im üblichen Sinn"-Sache war eine spontane Überlegung von mir in dem Moment. Wie gesagt, ich bin da keine Expertin. Und wie oben geschrieben, tut es mir Leid. Aber man lernt ja dazu.
Was ich nicht verstehe: "Solltest du nach deinem taz-Praktikum weiterhin einen journalistischen Weg einschlagen wollen, macht es sicherlich Sinn sich anzugewöhnen, den Menschen erstmal zuzuhören." Ich habe Samy zugehört, wenn es das ist, was du meinst. Und mein Kommentar hatte ich wie gesagt bereits zurückgezogen und gelöscht, da ich nicht hinter dem Geschriebenen stehe.
Na ja, fernab dieser Diskussion. Ich finde euren Verein sehr interessant und höre zum ersten Mal von euch. Habt ihr auch viele junge Mitglieder? Würde in dem Fall gerne für das Jugendmagazin Freihafen über euch schreiben.
Liebe Grüße,
Kübra Yücel