Dienstag, August 05, 2008

Rassistische Türpolitik - Interview

Im Anschluss an das erste Urteil zu rassistischen Einlasspraxen in Diskotheken (BLACKprint hat berichtet: klick) gibt es jetzt ein aktuelles Interview mit dem Kläger. Ausschnitt:
Yango: Ich hoffe einfach, dass sich die Leute künftig mehr Gedanken machen. Wir haben ein Exempel statuiert. Es ging uns nicht um das Recht, jeden Tag in eine Disco gehen zu können - sondern darum, dass auch kleine Vorfälle berücksichtigt werden müssen. Es ist eine echte Belastung, wenn man sich jeden Tag diskriminiert fühlen muss.

(...)

SPIEGEL ONLINE: Im Gerichtsverfahren wurden Ihnen ein Vergleich und 1000 Euro angeboten. Warum sind Sie nicht darauf eingegangen?

Yango: Mir ging es nicht um die Entschädigung, sondern um Gerechtigkeit. Darum haben wir den Vergleich abgelehnt, zumal der Discobetreiber seine Schuld nicht eingestehen wollte. Wir wollten eine deutliche Entscheidung und ein Grundsatzurteil. Das Geld werde ich für die antirassistische Arbeit spenden.

(...)

SPIEGEL ONLINE: Bisher haben Sie immer darauf bestanden, anonym zu bleiben - aus Angst vor Bedrohungen?

Yango: Ich fürchte mich überhaupt nicht, aber die Diskriminierung von Ausländern ist ein allgemeines Problem. Wenn ich mit dem Namen hier stehe, sieht es aus, als ob es nur mein eigenes Problem wäre. So ist es nicht, viele haben dieses Problem. Darum spielt mein Name eigentlich keine Rolle. Aber schreiben Sie ruhig, dass ich Achu Yango heiße.

Volles Interview: klick

1 Kommentar:

Joe Dramiga hat gesagt…

Ich vermute, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen den rassistischen Einlasspraxen in Diskotheken und den Mauern die rings um Europa für People of Color durch das Schengen-Abkommen der EU geschaffen werden. Dazu kommt noch die Einschränkung der Bewegungsfreiheit für Flüchtlinge in Deutschland(Residenzpflicht). Es ist ein System von konzentrischen Kreisen in dessen Mittelpunkt der weiße Deutsche steht der geschützt werden soll. Je mehr Du Dich als Afrikaner von der Peripherie in das Innere begibst desto schlimmer wird es.Summa summarum sollen sich schwarze Afrikaner und weiße Deutsche nicht begegnen. Aus Angst das Vorurteile abgebaut werden könnten.

der käfig hat eine tür

es ist mir inzwischen lieber
ich bin ausgegrenzt
es ist mir lieber
ich bin nicht eingeschlossen...

May Ayim