Freitag, April 27, 2007

Wichtiger Workshop: Learning to be white

Angeboten von Phoenix e.V. in Zusammenarbeit mit dem Eine Welt Netzwerk Hamburg e.V.
Ein wichtiger Workshop für meine weißen Leser und die weißen Freunde/Familienmitglieder von People of Color:

2. Antirassismus-Training "Learning to be White"

Freitag, den 13. Juli bis Sonntag, den 15. Juli 2007
Beginn: 18:00 Uhr Ende 14.30 Uhr

Unsicherheit, Rassismus und ein Mangel an Kommunikation prägen nach wie vor die Beziehungen zwischen Mitgliedern der Weißen Mehrheitsgesellschaft und denen, die als AusländerInnen, MigrantInnen oder Angehörige einer anderen Kultur identifiziert werden.

Auch bei Menschen, die bereits ein Gefühl für ein gleichberechtigtes Miteinander entwickelt haben, setzt sich bei genauerer Betrachtung rassistisches Denken und Handeln mit seinen Vorurteilen, Herrschaftsansprüchen und verborgenen Bildern fort.

Das Erkennen von rassistischen Denk- und Gefühlsmustern und ihre Prägung auf Persönlichkeit und Gesellschaft ist eine der Grundlagen zur Entwicklung von antirassistischen Handlungskonzepten.

Strategien für Kultur der Verständigung

Das Wochenendseminar richtet sich an Mitglieder der Weißen Mehrheitsgesellschaft, die ihre Prägungen und ihr Verhalten reflektieren, die Geschichte und die Wirkungsweise des Rassismus näher kennen lernen und gemeinsam an Strategien für eine Kultur der Verständigung und Begegnung arbeiten möchten. Dabei soll die Ebene der Schuld und des individuellen Versagens verlassen und stattdessen eine Ebene von Weißer Verantwortung und interkulturellem Miteinander erschlossen werden. Das Ziel ist eine Verbesserung der Kommunikation zwischen Menschen der Weißen Mehrheitsgesellschaft und „People of Colour“. Auch sollen nachhaltige Schritte gegen Rassismus entwickelt werden.

Geschichte und Wirkungsweise von Rassismus

In einem Phoenix-Training „Learning to be White“ geben die beiden Trainer Inputs zur Geschichte und Wirkungsweise des Rassismus und erarbeiten mit den Teilnehmenden Strategien für die private und gesellschaftliche Auseinandersetzung mit Rassismus. Sie geben den Weißen TeilnehmerInnen die Möglichkeit, eine Reise in die eigene Sozialisation zu unternehmen:
Was wissen „wir“ über „die anderen“ und was über „uns selbst“?
Was ist „erlernt“, was ist „wahr“ und was „Konstruktion“?
Was ist eine „Weiße Identität“ in einer „multikulturellen Welt“?
Was hindert und was fördert unsere Begegnungen?

Es kommen unterschiedliche Formen und Methoden der Arbeit (z.B. Video- und Wortinputs, PartnerInnen- und Gruppenarbeit, Rollenspiele und Einzelübungen) zum Einsatz. Die positive Bereitschaft zur offenen Mitarbeit und eine durchgehende Teilnahme am Training setzen wir voraus.

Leitung:
Anke Schwarzer, Eine Welt Netzwerk Hamburg e.V.

ReferentInnen:
Austen P. Brandt ist Schwarzer Deutscher, Begründer von Phoenix e.V. und Leiter für Phoenix-Anti-Rassismus-Trainings und Empowerment-Trainings. Außerdem sind die beiden Phoenix-TrainerInnen Amma Yeboah (Ärztin aus Ghana, Berlin) und Uli Heidemann (Schwarzer Deutscher, Hamburg) dabei.

Veranstalter:
Eine Welt Netzwerk Hamburg e.V. und Kirchlicher Entwicklungsdienst

Veranstaltungsort:
Haus am Schüberg
Wulfsdorfer Weg 33
22949 Ammersbek
www.haus-am-schueberg.de

Anmeldung:
Kirchlicher Entwicklungsdienst
Telefon: 040 – 605 26 03
Fax: 040 – 605 25 38
behrends@haus-am-schueberg.de
www.ked-nordelbien.de

Teilnahmebeitrag:
80 Euro, ermäßigt 40 Euro inklusive Übernachtung und Verpflegung

Dienstag, April 24, 2007

Veröffentlichung

Heute erscheint die neue Ausgabe des "Journal 36oGrad" mit dem Titel-Thema "Migration - Entfesselung neuer Kräfte?", zu dem ich mit dem Artikel "Schwarze Deutsche Kräfte - Über die Absurdität der Integrationsdebatte" beigetragen habe.

Die Entscheidung, sich dort um eine Veröffentlichung zu bewerben, ist mir nicht leicht gefallen, da dieses "wissenschaftliche" Journal in seiner ersten Ausgabe mit dem wunderbaren Titel "Subsahara-Afrika - Eine Region auf dem Abstellgleis?" nicht gerade Großes geleistet hat, sondern permanent mit stereotypen, eurozentrischen Verallgemeinerungen in einem paternalistischen Ton gearbeitet hat.
Buchempfehlung für die Macher dieses Hefts: Afrika und die deutsche Sprache. Ein kritisches Nachschlagewerk

Oftmals hat man leider nur die Möglichkeit, sich innerhalb der Strukturen zu bewegen, um Denkansöße zu setzen. (So musste ich in meinem Text z.B. alle genderneutralen Formulierungen entfernen - was im Jahr 2007 schon nachdenklich stimmt). Ihr könnt mich gerne wissen lassen, was Ihr über die Ergebnisse dieses Experiments denkt.

Montag, April 23, 2007

Schimmelmann-Relativismus

Bei den Kieler Nachrichten hat sich mal wieder jemand - diesmal eine Bettina Albrod - die Mühe gemacht, Schimmelmann (den größten europäischen Versklaver afrikanischer Menschen seiner Zeit und dementsprechend der ehemals reichste Mann Europas) als Gutmenschen, bzw. als "einerseits... andererseits...-Person" darzustellen.

Während bisher nicht in Frage stand, dass er höchstens weißen Menschen gegenüber wohltätig war (wobei sich auch an diesem Punkt die Historiker darüber streiten, ob er sich z.B. um Hamburger Waisenkinder gekümmert, oder sie nur in seinen Fabriken wie der Kattunbleiche als billige Arbeitskräfte ausgebeutet hat), geht man in diesem Artikel ein ganzes Stück weiter und behauptet, er hätte "[a]ndererseit (...) jungen Farbigen Bildung und ein Leben in Freiheit" ermöglicht.
Wenn jemand, sagen wir mal, 1000 Menschen als versklavte Arbeiter, zur Zucht und mit eigenem Brandzeichen hält und mehrere zehn- bis hunderttausende Menschen unter desaströsen Umständen verschiffen und sie in eine noch desaströsere Existenz zwingen lässt, ist Lob und Relativismus sicherlich angebracht, wenn im Gegenzug, sagen wir mal zehn Menschen, "ein Leben in Freiheit ermöglicht" bekommen.
Wer ist ein dänischer Adliger, um einem anderen Menschen ein Leben in Freiheit ermöglichen zu können?!

Dass die "Bildung", die er einigen "seiner" versklavten Menschen zukommen ließ, natürlich dazu diente, die Erträge auf seinen Plantagen zu steigern und dass diese Investitionen auch deswegen vor der Seuche gerettet werden sollten, liegt wohl auf der Hand. Sollte man meinen. Die Kieler Nachrichten sehen das offensichtlich anders...
Einen Glückwunsch an die Imtech GmbH und Gerhard Fuchs für die erfolgreiche Pressearbeit (die Zusammenarbeit zwischen Imtech, Fuchs und Schimmelmann-funktioniert ja schließlich auch bestens)!

Dass es in dem Artikel von rassistischem Vokabular nur so wimmelt, wird wohl nicht überraschen, ist aber keiner eingehenden Analyse würdig. Wer sich über rassismusfreie Berichterstattung bemüht, dem sei, wie immer, Der Braune Mob empfohlen.

Links/Kopfschüttler - 22.04.2007

Da ich mich in den letzten Tagen mit Bloggen zurückhalten musste, hier eine Auswahl der zu besprechenden Links, die sich in der Zeit angesammelt haben, für den "Bundeswehr-Skandal" und den "Don Imus-Fall" wird es allerdings eigene Posts geben - so bald ich es schaffe...
Here we go:

- Lehrer meiden das Thema Holocaust ....natürlich nur die britischen... Daher der lapidare Kommentar am Ende: "Und wie sieht es in Deutschland damit aus? "Bei uns kann ich keinen Trend zur Vermeidung problematischer Themen erkennen", sagte Matthias Oehlrich, Vorsitzender des Lehrerverbands Hamburg, dem Abendblatt. "Aber ich kann natürlich nicht ausschließen, dass es im Einzelfall auch hier mal geschieht." Äh, genau...

- Farbenlehre mal anders: ein Beispiel dafür, wie der unverhohlenste Rassismus immer wieder da auftritt, wo man ihn nicht unbedingt erwartet. Ein Beispiel aus den USA [mit Dank an Urs für den Hinweis]

- "Weiße Jungs bringen's nicht": Man darf sich darüber wundern, dass so viele den SPIEGEL bislang für ein linkes - oder zumindest nicht rechtes - Blatt gehalten haben, momentan muss ich allerdings sehr oft schockiert den Kopf schütteln. In diesem Artikel begegnet mir schon im ersten Absatz folgender Passus: "Aber für mich ist er einfach zu viel Ghetto: diese Klamotten, diese Tatoos, diese Ringe, diese Ketten, dieser Sound." Die Rede ist natürlich von einem Schwarzen NBA-Spieler, der als Beispiel dafür dient, was "Jungs" wie ihm passiert, die "zu schnell zu viel Geld verdienen". Aha. Und weiter: "Iverson ist ein besonders hübsches Beispiel dafür, dass einer wie er das Ghetto verlässt, aber nicht das Ghetto ihn." Dafür würde man in den USA womöglich jemanden feuern. Noch eher für das Ende des Artikels: "Also, Freunde, eine kleine Wette: Die Mavericks schaffen es diesmal, sie werden Meister. Nowitzki, der Weiße, wird MVP. Und alle werden sie den Hut vor ihm ziehen. So muss es sein." Der Weiße wird der Beste und so muss es sein?! Ja genau...

- Hip Hop und Islam laut Spiegel: Nicht gerade der Text von "Eingeweihten" (weder in Hip Hop, noch die Geschichte der Nation of Islam), aber was soll man erwarten?



Afrika im Spiegel

Da ich momentan nicht dazu komme, selbst viel zu schreiben (bald aber wieder full force, versprochen!), erlaube ich mir, zum Titelthema des SPIEGEL der letzten Woche folgendes Zitat einer Sister aus einem Forum zu posten, das die Empörung unsererseits ziemlich genau auf den Punkt bringt:
"Ich habe mir den SPIEGEL gekauft und muss sagen ich war überrascht. Etwas derart ewiggestriges hätte ich dem SPIEGEL im Leben nicht zugetraut.

Die haben überhaupt noch nicht begriffen, dass Afrika der Kontrolle Europas entgleitet und dass dies schon sehr bald sehr ungemütlich für uns hier werden kann. Die "Experten" des SPIEGEL, Thilo Thielke und Erich Wiedemann, berichten mit einer Arroganz, wie sie vielleicht in den frühen Neunzigern mal üblich gewesen ist. Dabei wird Europa in Afrka schon sehr bald nichts mehr zu melden haben (ob das eine Entwicklung zum Besseren hin ist, bleibt abzuwarten). Haben die denn keine Augen im Kopf?

Der Höhepunkt ist das Lamentieren über die Enteignung der weißen Farmer in Zimbabwe. Kein Wort über die tausendfachen Morde und Vergewaltigungen, die durch oder auf Geheiß der Farmer begangen worden sind. Im Gegenteil heißt es im Text: "Ein Mörder kann ungestraft davonkommen, wenn er schwarz ist." Das ist ja unerhört!

Es wird in dem Bericht jedes negative Klischee ausgebreitet:
- Die vielen Milliarden milder Gaben für den Kontinent (Kein Wort über die Wirtschaftssabotage durch den Westen, Beraterhonorare und Schweizer Bankkonten)
- Es werden alle afrikanischen Diktatoren aufgezählt (aber nicht die Staatsführer, die zuvor von den Geheimdiensten beseitigt wurden)
- Es werden alle Fehlentwicklungen auf dem Kontinent aufgezählt (Hoffnung machende Beispiele werden bis auf Ghana totgeschwiegen "Ghana ist heute der einzige wirkliche Lichtblick in Schwarzafrika")

Nächste Woche geht es im SPIEGEL weiter, Thema:
"Wer rettet Afrika? Popstars und Milliardäre bringen die Entwicklungshilfe auf Trab."

Das ist kein Witz! das steht da wirklich! Die halten tatsächlich Bob Geldof, Bono und Madonna für die Retter Afrikas. Das ist unfassbar."

Freitag, April 20, 2007

Petition "Jack's Campaign"

Jack Monday Ikegwu, is a young gay asylum seeker currently detained at Colnbrook Removal Centre, who faces imminent removal to Nigeria on Monday 23rd of April on Virgin Atlantic flight VS651 to Lagos, Nigeria at 22.30hrs. Since his temporary release from detention last January, Jack has been has been active in fighting for and supporting migrants and asylum seeker in the UK with detainee support and other groups.

According to the law, religion and culture in Nigeria, homosexuality is strongly criminalised. Homosexuality is outlawed in the Nigerian penal code and Muslim law. However, in northern states under Muslim law the punishment can be death; in the civil penal code homosexuality can carry up to a 14-year prison sentence. The Nigerian authorities have issued a warrant for Jack’s arrest. Re-locating to a different region in Nigeria is not an option.
A new law forbids same-sex marriage and prohibits gay people from assembling and petitioning the government. It also allows prosecution of newspapers that publish information about same-sex relationships and religious groups that allow same-sex unions. Those who violate this law can be sentenced to five years in prison.
Jack had a relationship with the son of a local chief. On learning of this relationship, the family of his lover threatened to have him killed. They also went to the police, who issued a warrant for Jack’s arrest for homosexual activity and widely publicised this in Jack’s home area. The police came to Jack’s house looking for him.
Jack went into hiding, but was discovered by a group of men who recognised him. He was abducted and severely beaten and tortured for several hours. The men left Jack for dead, but having survived this ordeal, he sought to escape Nigeria with the help of other gay friends.
Jack came to the UK in February 2006 fleeing persecution in Nigeria. He applied for asylum, but was immediately put in immigration detention, even though he was under 18 years old. At the time Jack was unable to prove his age or the facts of his story and his asylum claim was refused. After 11 months in detention, Jack was granted bail on the strength of a report from a medical expert from the Helen Bamber Foundation, which provided evidence that Jack has scars and other injuries consistent with his experience of torture.
Jack’s solicitor has obtained an authenticated copy of Jack’s arrest warrant from the Nigerian authorities. Together with the expert medical report and other supporting materials this substantial new evidence that has not yet been considered by the Home Office. Jack’s solicitor was in the process of submitting a Fresh Claim for Asylum when Jack was re- arrested last Wednesday 19th April.
Jack's removal to Nigeria will undoubtedly place him at risk of persecution and will lead to the abuse of his human rights. I ask you act to help Jack have the chance to appeal his refused application and submit this new evidence.

*All further info, suggestions for action, model letters and contact information for the home office, MPs and airline can be found here: **http://jackcampaign.pbwiki.com/*

Donnerstag, April 19, 2007

Quote of the Day!

“Never argue with fools. They lower you to their level and beat you with experience.”
Gefunden bei Marc Lamont Hill