Donnerstag, August 23, 2007

Fußball: Endlich mal Konsequenzen für rassistische Beleidigungen

Es scheint sich langsam mal die nötige Ernsthaftigkeit einzustellen, wenn es um die rassistischen Beleidigungen von Spielern geht. Laut Spiegel Online wurde Weidenfeller für seine an Asamoah gerichteten Sprüche für drei Spiele gesperrt und muss €10.000 Strafe zahlen. Auch, wenn es - für mich nicht gerade nachvollziehbare - Entlastungsgründe gab, die einen Punktabzug für seine Mannschaft verhinderten, ist das endlich mal ein deutliches Zeichen dafür, dass so ein menschenverachtender Dreck zumindest in der 1. Bundesliga nicht mehr weiter geduldet und ignoriert wird.

Es bleibt zu hoffen, dass demnächst auch gegen Fans bzw. deren Mannschaften eingeschritten wird, die rassistische und antisemitische Äußerungen für eine geeignete Unterstützung ihrer Teams halten.

Mittwoch, August 22, 2007

Unbewusster Rassismus

Nachdem ich vor einer Weile das Buch Blink! Die Macht des Moments gelesen hatte, in dem es um unbewusste Entscheidungen geht, die wir Menschen aufgrund unserer Prägung beinahe automatisch treffen, habe ich mich mehrmals an Tests bei Project Implicit der Harvard University beteiligt. So habe ich z.B. herausgefunden, ob ich Japan oder die USA bevorzuge, Bill oder Hillary Clinton besser finde oder zu Pro-Choice oder Pro-Life tendiere. Nun geriet ich an einen Test, bei dem es um die Verbindung von Schwarzen und weißen Menschen mit positiven und negativen Konzepten ging. Wie mein Ergebnis war, verrate ich jetzt mal nicht, aber hier Screenshots der für mich relativ schockierenden grafischen Zusammenfassung der Gesamtergebnisse:






Dienstag, August 21, 2007

Quote of the Day!

“If you are neutral in situations of injustice, you have chosen the side of the oppressor. If an elephant has its foot on the tail of a mouse and you say that you are neutral, the mouse will not appreciate your neutrality.

Bishop Desmond Tutu, Spiritual Leader and Novelist

Quelle

Freitag, August 17, 2007

Kann mir jemand die Kampagne erklären?!


Dies ist das Motiv einer Kampagne für die Gleichstellung homosexueller Lebenspartnerschaften. Nun versteh ich nicht:
  • Warum ist auf dem Plakat ein Hetero-Paar (bzw. zwei Menschen unterschiedlichen Geschlechts)?
  • Warum ist davor ein Schwarzes Mädchen - und in dieser seltsamen Pose mit Finger im Mund?!
  • Welche Assoziationen sollen mit dem Zusammenspiel von 2 weißen "Eltern", einem Schwarzen Kind und dem roten Wort "ABGELEHNT" hervorgerufen werden?
Ist da draußen jemand schlauer als ich???

Donnerstag, August 16, 2007

Film über "Jena 6"

weitere Infos und eine Petition in meinem Post vom 20.07.


Freitag, August 10, 2007

Schimmelmann-News: Farbanschlag



Ein weiteres Mal wurde die Büste von Schimmelmann symbolisch mit dem Blut seiner Opfer in Verbindung gebracht (=Unbekannte haben die Büste mit roter Lackfarbe übergossen).



"Vermutlich in der Nacht von Samstag 4.8. auf Sonntag 5.8.2007 ist der schwarzbronzene Kopf des Sklavenhändlers Heinrich Carl Schimmelmann (1724-1782) wieder mit roter Lackfarbe übergossen worden. Die Büste, die vom damaligen Bezirksamtsleiter Gerhard Fuchs neu in Auftrag gegeben war, wurde im September 2006 im Puvogelgarten errichtet. Zahlreiche Proteste begleiten das Denkmal bis heute. Im November 2006 wurde es Ziel eines ersten Farbanschlags. Die Forderung, das Abbild des Menschenschinders aus dem öffentlichen Raum zu entfernen, scheiterte bisher am Votum der regierenden CDU in der Bezirksversammlung Wandsbek."
Bilder (und Zitat) mit freundlicher Genehmigung von Wandsbektransformance, Fotos by Jokinen

Donnerstag, August 02, 2007

taz über Rassismus und Sexismus im deutschen Rap-Game

Ausschnitte eines Artikels von Murat Güngör, der heute in der taz erschienen ist - N-Worte wurden natürlich von mir entfernt:
Ganz verliebt ins Ghetto-Klischee

(...)

Ice-T wusste: Es ist vor allem der weiße, pubertäre Junge aus kleinbürgerlichen bis bürgerlichen Verhältnissen, der ihn in die Charts bringt. Diese Logik herrscht auch in Deutschland. Entscheidend für den kommerziellen Erfolg der Gangsta-Rapper ist der Blick der bürgerlichen Mitte auf das Ghetto. Es ist die Faszination, aus der sicheren Distanz heraus den Kampf im Dschungel der Straße zu konsumieren und damit gleichzeitig gegenüber dem eigenen Elternhaus rebellieren zu können. Gangsta-Rap dient dabei als pubertäre Vorlage zur Provokation gegen die bürgerlichen Normvorstellungen der Eltern. Um als Gangsta-Rapper sichtbar zu werden, müssen Stereotype wie "kriminelle Vergangenheit", "Omnipotenz" und "Gewalt" aufgerufen werden. Diese ästhetischen Codes sind aber häufig rassistisch und sexistisch gefärbt.

(...)

Das hauptstädtische Hiphop-Label Aggro Berlin hat sich auf die Vermarktung dieses Stereotyps spezialisiert. Die hauseigenen Rapper des Labels werden präzise auf die Marktlogik zugeschnitten. Rassistische, nationalistische und sexistische Images dienen dem Label beim Produktaufbau. In der Rap-Szene wird dies als gelungener Marketingcoup gewürdigt. Doch was als vermeintlicher Tabubruch daherkommt, ist nichts anderes als die Reproduktion rückständiger und reaktionärer Bilder über das vermeintliche Migranten-Ghetto. Die Rapper sind dabei Täter und zugleich Opfer dieser Bilder: Ihren Erfolg verdanken sie der Wirkungsmacht rassistischer Stereotype über den krassen Jungen aus dem Ghetto. Allerdings sind sie auch nur vor diesem Hintergrund denkbar.

(...)

Exemplarisch lässt sich diese Entwicklung in Deutschland an den beiden Rappern B-Tight und Massiv verdeutlichen. B-Tight, der eine afrodeutsche Herkunft aufweist, wird von seinem Label Aggro Berlin als krasser "N****" und großer Ficker vermarktet. Seine Ästhetik erinnert dabei stark an die Minstrel-Shows aus den Zeiten der Rassentrennung in den USA: Damals malte sich der weiße Komiker Thomas D. Rice schwarz an, um einem weißen Publikum den "N****" als fröhlichen, singenden und dummen Sklaven vorzuführen. Diese Shows waren erfolgreich, und auch Schwarze spielten diese demütigenden Figuren nach, um Geld zu verdienen. Nun malt sich B-Tight auf seinen Plattencovern schwarz an, um seine Inszenierung als notgeiler, sexbesessener und fröhlicher Partyrocker zu unterstreichen. B-Tight bedient das rassistische Klischee vom Schwarzen, der nur seinem Trieb folgt und mit einem extragroßen Schwanz ausgestattet ist.

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Beide Rapper brechen keine Tabus, sondern bedienen vielmehr eine rassistische Wahrnehmung, in der schon im Voraus festgelegt ist, wie der "N****" oder der "Kanake" zu sein hat. Es sind rückständige Bilder, die ungebrochen in die Unterhaltungsindustrie eingespeist werden. Die Frage ist nur: Was macht dies mit dem pubertären Jungen aus der Mittelschicht, der sie konsumiert? Untersuchungen hierzu fehlen. Es darf aber vermutet werden, dass rassistische und sexistische Stereotype dadurch verfestigt werden.

(...)