Samstag, November 29, 2008
Freitag, November 28, 2008
Nachtrag "Plötzlich Papa" auf Sat.1 - Ein paar Gedanken
Womöglich habe ich mich ein bisschen zu früh gefreut, als ich letzte Woche beim Zappen auf die eine gute Stelle der Serie gestoßen bin (klick), denn leider ist die Serie weit von einem revolutionären (weil fairen und realitätsgetreuen, nicht rassistischen) Ansatz entfernt. Schade eigentlich.
- Subjektivität: haben leider nur die weißen Menschen. Wie der/die anonyme Kommentator/in bei meinem Ursprungspost richtig bemerkt hat, handeln Schwarze Menschen nicht eigenständig. Sie können noch nicht einmal sprechen. Das Baby "Fanny" ist dafür noch zu klein, die Schwarze Mutter ist tot.
- Visibilität: Seltsamerweise gibt es im Berlin Kreuzberg der Serie nur weiße Menschen, zum Großteil blonde (in dem Kreuzberg, in dem ich gerade jetzt sitze, sieht es anders aus). Niemanden of color, nicht mit türkischen, nicht mit asiatischen, erst Recht nicht mit afrikanischen Roots. Alles deutsch-deutsch-biodeutsch-arisch. Das Baby Fanny ist der einzige "Farbklecks" und das scheint auch die einzige Funktion des Kindes zu sein. Die Mutter existiert nur als Foto im Bett des Babies.
- Interaktion: Da of color-Charaktere selbst nicht sprechen können, wird ja natürlich nur stellvertretend für sie geredet. So heißt es im Vorspann ungefähr "es sieht zwar nicht so aus, aber ich bin ihr Vater". Und mit der plötzlichen und überraschenden Ankunft von Fanny ist das Luxusleben des vormals erfolgreichen Aufreißers vorbei, der nun in einer "Gutmenschen-Kanzlei" arbeiten, seinen Porsche aufgeben und die vielen Frauen auch nicht mehr rücksichtslos abschleppen kann. Das Schwarze Baby macht ihn also nach und nach zu einem besseren Menschen - er wird dadurch gerettet, dass er sich um das hilflose, verlassene Schwarze Kind kümmert. Wird im Zusammenhang eigentlich Spendenwerbung für World Vision "Werden auch Sie ein besserer Mensch, werden Sie Pate" gezeigt?
Insgesamt muss man natürlich sagen, dass Sat.1 einen gewaltigen Schritt gemacht hat. Auf diesem Sender liefen vor gar nicht allzu langer Zeit die vor Kolonialscheiß, Rassismus und Menschenverachtung nur so triefenden Folgen von "Wie die Wilden" (siehe derbraunemob unter "So geht's nicht"). Insofern ist es natürlich schon fast phänomenal, dass es dort jetzt Schwarze Menschen ohne Knochen im Haar und Baströckchen gibt. Aber leider noch lange kein Durchbruch.
- Subjektivität: haben leider nur die weißen Menschen. Wie der/die anonyme Kommentator/in bei meinem Ursprungspost richtig bemerkt hat, handeln Schwarze Menschen nicht eigenständig. Sie können noch nicht einmal sprechen. Das Baby "Fanny" ist dafür noch zu klein, die Schwarze Mutter ist tot.
- Visibilität: Seltsamerweise gibt es im Berlin Kreuzberg der Serie nur weiße Menschen, zum Großteil blonde (in dem Kreuzberg, in dem ich gerade jetzt sitze, sieht es anders aus). Niemanden of color, nicht mit türkischen, nicht mit asiatischen, erst Recht nicht mit afrikanischen Roots. Alles deutsch-deutsch-biodeutsch-arisch. Das Baby Fanny ist der einzige "Farbklecks" und das scheint auch die einzige Funktion des Kindes zu sein. Die Mutter existiert nur als Foto im Bett des Babies.
- Interaktion: Da of color-Charaktere selbst nicht sprechen können, wird ja natürlich nur stellvertretend für sie geredet. So heißt es im Vorspann ungefähr "es sieht zwar nicht so aus, aber ich bin ihr Vater". Und mit der plötzlichen und überraschenden Ankunft von Fanny ist das Luxusleben des vormals erfolgreichen Aufreißers vorbei, der nun in einer "Gutmenschen-Kanzlei" arbeiten, seinen Porsche aufgeben und die vielen Frauen auch nicht mehr rücksichtslos abschleppen kann. Das Schwarze Baby macht ihn also nach und nach zu einem besseren Menschen - er wird dadurch gerettet, dass er sich um das hilflose, verlassene Schwarze Kind kümmert. Wird im Zusammenhang eigentlich Spendenwerbung für World Vision "Werden auch Sie ein besserer Mensch, werden Sie Pate" gezeigt?
Insgesamt muss man natürlich sagen, dass Sat.1 einen gewaltigen Schritt gemacht hat. Auf diesem Sender liefen vor gar nicht allzu langer Zeit die vor Kolonialscheiß, Rassismus und Menschenverachtung nur so triefenden Folgen von "Wie die Wilden" (siehe derbraunemob unter "So geht's nicht"). Insofern ist es natürlich schon fast phänomenal, dass es dort jetzt Schwarze Menschen ohne Knochen im Haar und Baströckchen gibt. Aber leider noch lange kein Durchbruch.
Labels: deutschland primitiv, medien, tv
Montag, November 24, 2008
Samstag, November 22, 2008
Wird selbst die BILD jetzt antirassistisch?
Wie blackNRW heute zeigt, regt man sich bei der BILD plötzlich über N-Worte auf und setzt sich todesmutig dagegen ein.
Hoffnungen darauf, dass sich im Springer-Konzern langsam was tut, können aber - gar nicht so überraschend - getrost enttäuscht werden, wie wir ebenfalls heute im BILDblog sehen können, wo Ausländer-Quoten bei Schulen gefordert werden, damit Deutschland bei PISA besser abschneidet:
Hoffnungen darauf, dass sich im Springer-Konzern langsam was tut, können aber - gar nicht so überraschend - getrost enttäuscht werden, wie wir ebenfalls heute im BILDblog sehen können, wo Ausländer-Quoten bei Schulen gefordert werden, damit Deutschland bei PISA besser abschneidet:
Würden nur die Schüler, die deutsche Eltern haben, gemessen werden, schnitten alle Bundesländer im internationalen Bildungsvergleich deutlich besser abAn der Stelle gestatte ich mir einen Hinweis zu einem BLACKprint-Beitrag aus dem August: klick
Labels: medien
Donnerstag, November 20, 2008
"Afrodeutsch" auf Sat.1
Gerade lande ich beim Zappen bei der Serie "Plötzlich Papa" auf Sat.1. Und was sagt der plötzliche Papa über sein Schwarzes Baby? "Afrodeutsch heißt das!" Wow.
Und noch was: Man erzählte mir, dass in der ersten Folge der Serie die verstorbene Mutter des afrodeutschen Kindes die große Liebe des Protagonisten war. Nicht etwa die Geliebte. Und dass sie fließend Deutsch sprach. Und dass es keine idiotische Opfergeschichte darüber gab, warum diese Frau Schwarz und in Deutschland ist und fließend Deutsch spricht.
Hab ich die Revolution verschlafen?
[Übrigens kein Persil-Schein für die Serie, ich hab sie weder selbst komplett verfolgt, noch weiß ich von jemandem, der sie vollständig analysiert hat. Aber immerhin...]
-----------------------------------------------------------------
Nachträgliche Einschätzung vom 28.11.2008: klick
-----------------------------------------------------------------
Nachträgliche Einschätzung vom 28.11.2008: klick
Mittwoch, November 19, 2008
Seltsame Alltagssituation Teil 1: Bin ich Noah Sow?
Da ich gerade in einer Prä-Umzugsphase bin, sprich, keinen eigenen Schreibtisch habe, arbeite ich momentan oft tagsüber in Hamburger Cafés. So auch jetzt gerade, ich sitze im Haus 73 auf dem Schulterblatt und arbeite an einem Buchprojekt.
Obwohl viele Tische frei sind, kommt ein weißer Typ an meinen kleinen Ecktisch und fragt mich, ob da noch frei ist. Ich sage ja, darüber nachdenkend, ob er wohl auch nah an der Heizung oder den Steckdosen sitzen will. Da er ein T-Shirt trägt, nen Pulli dabei hat und keinen Laptop auspackt, muss ich diese Vermutungen allerdings schnell wieder verwerfen. Letztlich war es mir dann aber auch egal, ich hab ja schließlich genug zu tun.
Doch dann packt der junge Mann demonstrativ ein Buch aus und liest so, dass mir der Titel permanent vor die Nase gehalten wird: Deutschland Schwarz Weiß. Der alltägliche Rassismus
Das macht er so lange, dass es kein Zufall sein kann. Und ich frage mich, was er jetzt von mir will. Folgendes fiel mir ein:
Obwohl viele Tische frei sind, kommt ein weißer Typ an meinen kleinen Ecktisch und fragt mich, ob da noch frei ist. Ich sage ja, darüber nachdenkend, ob er wohl auch nah an der Heizung oder den Steckdosen sitzen will. Da er ein T-Shirt trägt, nen Pulli dabei hat und keinen Laptop auspackt, muss ich diese Vermutungen allerdings schnell wieder verwerfen. Letztlich war es mir dann aber auch egal, ich hab ja schließlich genug zu tun.
Doch dann packt der junge Mann demonstrativ ein Buch aus und liest so, dass mir der Titel permanent vor die Nase gehalten wird: Deutschland Schwarz Weiß. Der alltägliche Rassismus
Das macht er so lange, dass es kein Zufall sein kann. Und ich frage mich, was er jetzt von mir will. Folgendes fiel mir ein:
- er denkt, dass ich Noah Sow bin (ist schon mehrmals passiert, auch wenn ich es ziemlich abwegig finde)
- er denkt, dass ich als Schwarze Frau es total geil finde, dass er das Buch liest (nö) und will entweder von mir gelobt werden, mit mir ins Gespräch kommen oder mich anbaggern.
- er will mir zeigen, dass ich keine Angst vor ihm haben muss, weil er ein guter Weißer ist?
Nach 30 Minuten fragt er mich nach der Uhrzeit. Ich antworte und arbeite weiter. Ich bin gespannt, wann er damit rausrückt, was er eigentlich will.
Irgend welche Vermutungen seitens der werten BLACKprint-Leser?
Irgend welche Vermutungen seitens der werten BLACKprint-Leser?
Labels: alltag
Montag, November 17, 2008
Beatrice Achaleke erhält Bundesehrenzeichen
Glücklicherweise gibt es nicht nur schlimme News aus Österreich, sondern auch positive. Der Einsatz von Beatrice Achaleke, die u.a. das Black European Women's Council initiiert hat, erhielt kürzlich das österreichische Bundesehrenzeichen. BLACKprint gratuliert herzlich!
Hier die offizielle Mitteilung:
On Friday 7^th of November 2008 Beatrice Achaleke, executive Director of AFRA and initiator of the Black European Women?s Council, received the Decoration of the Federal Republic of Austria (Öster. Bundesehrenzeichen) 2008 for her honorary intercultural work in the context of the European Year of the Intercultural Dialogue. Along with Barbara Coudenhove-Kalergi, Ceija Stojka and many others Beatrice Achaleke was honoured in the premises of the Austrian National Library in Vienna with the golden Symbol of a waterdrop that is touching the surface and in doing so creating many, many waves. Just like the work she and others are willingly doing every day. In her speech, which Beatrice Achaleke held on behalf of all the honoraries of that day, she pointed out that she is very proud to be decorated in a historic week, referring to Barack Obama?s outstanding victory on the 4^th of November 2008 as the first Afro-American to be elected president of the United States. Beatrice Achaleke hopes that with this major step intercultural engagement and integration gets a boost in the right direction.In stressing out that she alone was certainly not able to speak sufficiently for all the honoured people she accented the diversity of the ideas, projects and people involved. For her the diversity embodied by the decorated persons is evidence of competences, convictions and the readiness of the persons honored to work together for an Austria that stands for equal chances, Intercultural Dialogue and partizipation.
Hier ein Interview mit Beatrice über ihr Engagement und die Situation Schwarzer Frauen in der EU: afrikanet.info
Abonnieren
Posts (Atom)