Dienstag, Oktober 23, 2007

Mügeln aus afrodeutscher Perspektive Teil 2

Nach dem ersten Interview mit der Antirassismus-Trainerin Manuela Ritz, gibt es nun in der ZEIT eine Reportage über Manuelas Rückkehr nach Mügeln, wo sie in ihrer alten Schule einen Antirassismus-Workshop durchgeführt hat.
Ausschnitt:
„Diskriminierung funktioniert nur, wenn es eine Mehrheit gibt, die nichts sagt“, sagt Ritz. „Qui tacet, consentire videtur“, lautet daher ein alter Rechtsgrundsatz: „Wer schweigt, scheint zuzustimmen.“

Wenn sie die Übung mit Erwachsenen mache, erzählt Manuela Ritz, höre sie oft den Satz: „Wenn das echt gewesen wäre, nicht nur ein Spiel, hätte ich was gemacht.“ Das, sagt sie, finde sie interessant. „Sie hatten nichts zu verlieren außer ihrem Platz neben den Getränken und den Snacks. Wenn sie sich draußen einmischen, ist die Gefahr echt, dort kann man etwas verlieren. Ich frage mich daher schon, ob man dieser Aussage glauben kann.“

Bis zu 50 Mügelner sollen zugesehen haben, wie 12 andere drohten, die Pizzeria „Piccobello“ zu stürmen und die dort hineingeflüchteten Inder zu verprügeln. Es ist nicht klar, ob sie dafür oder dagegen waren, sie applaudierten den Schlägern wohl nicht, doch taten sie auch nichts, um sie aufzuhalten.

[Mit Dank an Nicola für den Hinweis]

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Es ist einfach erstaunlich, wie lahm die Deutschen darin sind, ihre Einwanderungsrealität zu begreifen.

Ich hoffe, dass wir endlich bald mal in der Postmonderne ankommen und Hautfarbe, Körperbau, religiöse Zugehörigkeit etc. nicht mehr mit Nationalität in Verbindung bringen. ...bzw. dasss endlich mehr Menschen verstehen, dass man nicht hellhäutig und blauäugig sein muss, um Deutsch sein zu können.

Liebe Grüße, Annabell

Victoria B. Robinson hat gesagt…

Wir alle hoffen...