Montag, November 24, 2008
Samstag, November 22, 2008
Wird selbst die BILD jetzt antirassistisch?
Wie blackNRW heute zeigt, regt man sich bei der BILD plötzlich über N-Worte auf und setzt sich todesmutig dagegen ein.
Hoffnungen darauf, dass sich im Springer-Konzern langsam was tut, können aber - gar nicht so überraschend - getrost enttäuscht werden, wie wir ebenfalls heute im BILDblog sehen können, wo Ausländer-Quoten bei Schulen gefordert werden, damit Deutschland bei PISA besser abschneidet:
Hoffnungen darauf, dass sich im Springer-Konzern langsam was tut, können aber - gar nicht so überraschend - getrost enttäuscht werden, wie wir ebenfalls heute im BILDblog sehen können, wo Ausländer-Quoten bei Schulen gefordert werden, damit Deutschland bei PISA besser abschneidet:
Würden nur die Schüler, die deutsche Eltern haben, gemessen werden, schnitten alle Bundesländer im internationalen Bildungsvergleich deutlich besser abAn der Stelle gestatte ich mir einen Hinweis zu einem BLACKprint-Beitrag aus dem August: klick
Labels: medien
Donnerstag, November 20, 2008
"Afrodeutsch" auf Sat.1
Gerade lande ich beim Zappen bei der Serie "Plötzlich Papa" auf Sat.1. Und was sagt der plötzliche Papa über sein Schwarzes Baby? "Afrodeutsch heißt das!" Wow.
Und noch was: Man erzählte mir, dass in der ersten Folge der Serie die verstorbene Mutter des afrodeutschen Kindes die große Liebe des Protagonisten war. Nicht etwa die Geliebte. Und dass sie fließend Deutsch sprach. Und dass es keine idiotische Opfergeschichte darüber gab, warum diese Frau Schwarz und in Deutschland ist und fließend Deutsch spricht.
Hab ich die Revolution verschlafen?
[Übrigens kein Persil-Schein für die Serie, ich hab sie weder selbst komplett verfolgt, noch weiß ich von jemandem, der sie vollständig analysiert hat. Aber immerhin...]
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Nachträgliche Einschätzung vom 28.11.2008: klick
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Nachträgliche Einschätzung vom 28.11.2008: klick
Mittwoch, November 19, 2008
Seltsame Alltagssituation Teil 1: Bin ich Noah Sow?
Da ich gerade in einer Prä-Umzugsphase bin, sprich, keinen eigenen Schreibtisch habe, arbeite ich momentan oft tagsüber in Hamburger Cafés. So auch jetzt gerade, ich sitze im Haus 73 auf dem Schulterblatt und arbeite an einem Buchprojekt.
Obwohl viele Tische frei sind, kommt ein weißer Typ an meinen kleinen Ecktisch und fragt mich, ob da noch frei ist. Ich sage ja, darüber nachdenkend, ob er wohl auch nah an der Heizung oder den Steckdosen sitzen will. Da er ein T-Shirt trägt, nen Pulli dabei hat und keinen Laptop auspackt, muss ich diese Vermutungen allerdings schnell wieder verwerfen. Letztlich war es mir dann aber auch egal, ich hab ja schließlich genug zu tun.
Doch dann packt der junge Mann demonstrativ ein Buch aus und liest so, dass mir der Titel permanent vor die Nase gehalten wird: Deutschland Schwarz Weiß. Der alltägliche Rassismus
Das macht er so lange, dass es kein Zufall sein kann. Und ich frage mich, was er jetzt von mir will. Folgendes fiel mir ein:
Obwohl viele Tische frei sind, kommt ein weißer Typ an meinen kleinen Ecktisch und fragt mich, ob da noch frei ist. Ich sage ja, darüber nachdenkend, ob er wohl auch nah an der Heizung oder den Steckdosen sitzen will. Da er ein T-Shirt trägt, nen Pulli dabei hat und keinen Laptop auspackt, muss ich diese Vermutungen allerdings schnell wieder verwerfen. Letztlich war es mir dann aber auch egal, ich hab ja schließlich genug zu tun.
Doch dann packt der junge Mann demonstrativ ein Buch aus und liest so, dass mir der Titel permanent vor die Nase gehalten wird: Deutschland Schwarz Weiß. Der alltägliche Rassismus
Das macht er so lange, dass es kein Zufall sein kann. Und ich frage mich, was er jetzt von mir will. Folgendes fiel mir ein:
- er denkt, dass ich Noah Sow bin (ist schon mehrmals passiert, auch wenn ich es ziemlich abwegig finde)
- er denkt, dass ich als Schwarze Frau es total geil finde, dass er das Buch liest (nö) und will entweder von mir gelobt werden, mit mir ins Gespräch kommen oder mich anbaggern.
- er will mir zeigen, dass ich keine Angst vor ihm haben muss, weil er ein guter Weißer ist?
Nach 30 Minuten fragt er mich nach der Uhrzeit. Ich antworte und arbeite weiter. Ich bin gespannt, wann er damit rausrückt, was er eigentlich will.
Irgend welche Vermutungen seitens der werten BLACKprint-Leser?
Irgend welche Vermutungen seitens der werten BLACKprint-Leser?
Labels: alltag
Montag, November 17, 2008
Beatrice Achaleke erhält Bundesehrenzeichen
Glücklicherweise gibt es nicht nur schlimme News aus Österreich, sondern auch positive. Der Einsatz von Beatrice Achaleke, die u.a. das Black European Women's Council initiiert hat, erhielt kürzlich das österreichische Bundesehrenzeichen. BLACKprint gratuliert herzlich!
Hier die offizielle Mitteilung:
On Friday 7^th of November 2008 Beatrice Achaleke, executive Director of AFRA and initiator of the Black European Women?s Council, received the Decoration of the Federal Republic of Austria (Öster. Bundesehrenzeichen) 2008 for her honorary intercultural work in the context of the European Year of the Intercultural Dialogue. Along with Barbara Coudenhove-Kalergi, Ceija Stojka and many others Beatrice Achaleke was honoured in the premises of the Austrian National Library in Vienna with the golden Symbol of a waterdrop that is touching the surface and in doing so creating many, many waves. Just like the work she and others are willingly doing every day. In her speech, which Beatrice Achaleke held on behalf of all the honoraries of that day, she pointed out that she is very proud to be decorated in a historic week, referring to Barack Obama?s outstanding victory on the 4^th of November 2008 as the first Afro-American to be elected president of the United States. Beatrice Achaleke hopes that with this major step intercultural engagement and integration gets a boost in the right direction.In stressing out that she alone was certainly not able to speak sufficiently for all the honoured people she accented the diversity of the ideas, projects and people involved. For her the diversity embodied by the decorated persons is evidence of competences, convictions and the readiness of the persons honored to work together for an Austria that stands for equal chances, Intercultural Dialogue and partizipation.
Hier ein Interview mit Beatrice über ihr Engagement und die Situation Schwarzer Frauen in der EU: afrikanet.info
Samstag, November 15, 2008
US-Proteste gegen rassistische Äußerungen im ORF
Die US-Regierung hat beim öffentlich-rechtlichen österreichischen Fernsehensender ORF gegen rassistische Bemerkungen protestiert, die der frühere USA - Korrespondent des Senders Klaus Emmerich am Tag nach den US-Wahlen (5.11.) in einer Livesendung über Barack Obama gemacht hatte. Emmerich hatte vor ca. 1,2 Millionen Zuschauern erklärt, dass er sich “nicht von einem Schwarzen in der westlichen Welt dirigieren lassen” wolle. Und nannte US-Amerikaner “Rassisten”, denen es “schon sehr schlecht gehen (muss), dass sie so eindrucksvoll (…) einen Schwarzen mit einer schwarzen, sehr gut aussehenden Frau ins Weiße Haus schicken”. Laut Emmerich wäre das ungefähr so, “wie wenn der nächste Bundeskanzler in Österreich ein Türke wäre”.Ganzer Text bei blackNRW
Labels: medien, obama, österreich primitiv, usa
Berlin: Veranstaltung zu rassistischer Spendenwerbung
Fw:
Mittwoch, 19. November 2008, 18.30 Uhr
HU, Institut für Asien-Afrika-Wissenschaften
Invalidenstraße 118, Raum 315
EZ = EuroZentrismus?!"
Eine Reihe kritischer Auseinandersetzungen mit EntwicklungsZusammenarbeit
Vortrag
White Charity - Strategien und Wirkungen von Spendenwerbung in der EntwicklungsZusammenarbeit.
Werbeplakate für Spenden von Hilfsorganisationen wie Brot für die Welt, Care International, Welthungerhilfe etc. sind im öffentlichen Raum in Deutschland omnipräsent.
Der Vortrag von Timo Kiesel setzt sich mit diesen Plakaten auseinander, die das unsichtbarste Zeichen für Entwicklungszusammenarbeit in der Öffentlichkeit darstellen. Untersucht werden an Hand dieser Strategien und Wirkungen von Spendenwerbung. Obwohl in den letzten Jahren ein Umdenken statt gefunden hat und die Organisationen sich verpflichtet haben, Menschen in ihrer Würde und als Subjekte ihres eigenen Handelns zu zeigen, greifen die Werbeabteilungen der NROs noch immer auf historisch verfestigte Stereotype zurück. Auf diese Wiese werden koloniale und rassistische Denkmuster weiterhin reproduziert. Timo Kiesel verfolgt die darin verwendeten Stereotypen über Schwarze Menschen und People of Color und diskutiert welches weiße Selbstbild hinter der Spendenwerbung und den Plakaten steht.
Die Veranstaltungsreihe richtet sich sowohl an Menschen, die im entwicklungspolitischen Bereich aktiv sind, als auch an eine interessierte Öffentlichkeit. Die Veranstaltungsreihe soll zur
Reflexion und Hinterfragung eigener Bilder, Motivationen und Herangehensweisen beitragen und bietet gleichzeitig Raum für eine Auseinandersetzung mit gängigen und als wahr erachteten Positionen und Informationen der EntwicklungsZusammenarbeit.
In den Sitzungen soll explizit auf die deutsche Kolonialzeit, koloniale Kontinuitäten, die Bedeutung von Weißsein in der EntwicklungsZusammenarbeit, rassistische Spendenwerbungen in der EZ sowie die Fallen und Chancen interkultureller Arbeit eingegangen werden. Zudem wird EntwicklungsZusammenarbeit aus Nord- und Südperspektive diskutiert werden.
Labels: kolonialismus, termin, werbung
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