Donnerstag, April 12, 2007

Dienstag, April 10, 2007

Fax-Kampagne gegen die Abschiebung von Yabre Oumarou

Aktuell bei The Voice Forum:

Stoppt die Abschiebung von Yabre Oumarou

Yabre Oumarou floh vor Verfolgung und Folter in Burkina Faso und lebt seit
1993 in Deutschland. Er heiratete 1994 und hat mit seiner Frau eine
gemeinsame Tochter. Seit 1996 ist er von seiner Frau getrennt; seine
Tochter ist jetzt 10 Jahre alt. Herr Oumarou arbeitete 10 Jahre lang in
Deutschland und hatte in diesem Zeitraum keinerlei staatliche finanzielle
Unterstützung erhalten.

Nachdem seine Aufenthaltserlaubnis zurückgezogen worden ist, lebt er seit
1997 mit einer Duldung. Trotz Vaterschaft, seiner Erwerbstätigkeit und
Integration erhielt er kein Aufenthaltsrecht. Der Oberbürgermeister der
Stadt Lingen(EMS) hat mit seinem Schreiben vom 04.11.2005 an Yabres Anwalt
der Entscheidung des Verwaltungsgerichts Lüneburg (17.06.02) zugestimmt,
"dass Herr Yabre aus dem Umgangsrecht mit seiner deutschen Tochter Sophie
kein Aufenthaltsrecht für sich selber erhalten kann".
Gem. §60a Abs.2 des Gesetzes über den Aufenthalt, die Erwerbstätigkeit und
die Integration von Ausländern im Bundesgebiet
(Aufenthaltsgesetz-AufenthG) vom 30.07.2004 (BGB1S 1950) in der z.Zt.
gültigen Fassung wird die Abschiebung nur ausgesetzt, solange sie aus
rechtlichen oder tatsächlichen Gründen unmöglich ist. Das bedeutet, dass
auch Integration und Erwerbstätigkeit keine Rolle spielen, sofern die
Ausländerbehorde in Lingen eine Abschiebung um jeden Preis durchsetzen
will.

Am 14.07.2006 um ca.14:20 wurde Yabre Oumarou bei einem Freund in
Wendelstein (bei Nürnberg) durch die Polizei verhaftet und sein Anwalt,
Herr Jan Lam, wurde sofort informiert.

Am Freitag, 15.07.2006 wurde Yabre Oumarou beim Amtsgericht Schwabach
angehört. Der Richter, Dr. Kohn, entschied, dass er so lange ins Gefängnis
bleibt (allerdings nicht länger als drei Monate), bis die Ausländerbehörde
von Lingen alle nötigen Dokumente zur Abschiebung hat.

Im Dezember wurde die Abschiebehaft um weitere 3 Monate verlängert,

Am 26.2.2007 und am 3.4.2007 gab es nun zwei Versuche, ihn abzuschieben,
was jedoch beide mal an seinem Widerstand sowie der Interventionen
zahlreiche UnterstützerInnen scheiterte.

Yabre Oumaro sitzt nun seit über 9 Monaten im Gefängnis ohne etwas
verbrochen zu haben. Am 4.4.2007 wurde die Abschiebehaft nun nochmals um
weitere drei Monate verlängert.

Yabre Oumarou ist im Moment zu erreichen in der Justizvollzugsanstalt
Nürnberg

Mannertstraße 6
90429 Nürnberg.
Tel:0911/32102.

Der Fall ist dramatisch, insofern Yabre Oumarou eine sehr gute Beziehung
zu seiner Tochter hat, aber die Mutter des Kindes alles versucht um diese
zu brechen und in Zusammenarbeit mit der Ausländerbehörde Lingen den Mann
abzuschieben. Mit der Abschiebung würde auch der Tochter die Möglichkeit
genommen ihren Vater zu sehen.
Wir bitten Sie um die Unterstützung für die Freilassung Oumarou Yabres aus
der Abschiebehaft und ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht. Schicken Sie dazu
bitte Faxe an die folgenden Adressen:

Verwaltungsgericht Osnabrück,
Hakenstraße 15, 49074 Osnabrück, Fax.: 0541 - 314 762
++
Amtsgericht Lingen (Ems) Familiengericht,
Postfach 1240, 49782 Lingen (Ems) Fax: 059 - 8049 408
++
Amtsgericht Schwabach,
Postfach 1140, 91124 Schwabach Fax.: 09122 - 1807 199

Bitte protestieren Sie gegen diese Vorgehensweise und faxen Sie an den
Innenminister Niedersachsens, Uwe Schünemann – Fax (0511) 120 99 6044.

und

Ausländeramt - Ausländerbehörde Stadt Lingen. Elisabethstr. 14-16 49808
Lingen

Tel: 0049 (05) 91/91 44 370 , Fax: 05 91/91 44 375
E-Mail: a.hartke@lingen.de

Botschaft Burkina Faso, (Embassy Burkina Faso, Berlin)
Karolingerplatz 10-11, 14052 Berlin-Charlottenburg
Telephone Number: (030) 301 05 990
Fax: 030-301 05 9920
Embassy_Burkina_Faso@t-online.de

Bitte protestieren Sie gegen diese Vorgehensweise und faxen Sie an den
thevoiceforum@emdash.org

http://www:thevoiceforum.org

Terminhinweise: Kritische Stadtrundgänge

Hafenrundfahrten und Stadtrundgänge zu Kolonialismus, Migration und Globalisierung

Als größte deutsche Hafenstadt und „Tor zur Welt“ des Kaiserreichs wurde Hamburg zur Drehscheibe des deutschen Kolonialreichs in Afrika und Asien. „Kolonialwaren“, aber auch Menschen aus den Kolonien fanden ihren Weg in die Hafenstadt. Hamburger Initiativen begeben sich auf die Spuren der kolonialen Vergangenheit und der aktuellen Globalisierung.


„Wandsbek postkolonial - Sklaven, Schnaps und Schokolade“
Fr. 20. April, 17:00 Uhr
Sa. 8. September, 15:00 Uhr

Vor dem Bezirksrathaus Wandsbek erinnert eine Büste an Heinrich Carl Schimmelmann, der 1762 das Gut Wandsbek erworben hatte. Zweifelhafte Ehrung für einen Mann, der als Sklavenhändler immensen Reichtum erwarb. Wandsbeker Textilbetriebe produzierten „Negertuch“, das zum Kauf von Sklaven nach Westafrika exportiert wurde. Auf den dänischen Jungferninseln in der Karibik mussten diese Sklaven für Schimmelmann Zucker und Baumwolle anbauen.
Wir folgen den Spuren des „Schimmelmannschen Wirtschaftskreislaufes“, stoßen auf weitere Zeugnisse der kolonialen Vergangenheit und spüren der Frage nach, wie mit dem „kolonialen Erbe“ heute umgegangen wird.

Treff:
Christuskirche / Wandsbek Markt

Dauer:
ca. 2 Stunden

Veranstalter:
Eine Welt Netzwerk Hamburg e.V.

Teilnahme:
6 € / erm. 4 €

Info:
www.ewnw.de
Fon 040-3589386

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Rundgang „Tansania-Park“ oder Postkolonialer Erinnerungsort?
Das Gelände der ehemaligen Lettow-Vorbeck-Kaserne in Jenfeld

Sa. 5. Mai, 15:00 Uhr
So. 7. Oktober, 15:00 Uhr

1999 zog die Bundeswehr aus der Lettow-Vorbeck-Kaserne in Jenfeld (Bezirk Wandsbek) aus. Sie hinerließ Denkmäler aus der NS-Zeit, die ursprünglich errichtet worden waren, um das koloniale Militär des Kaiserreichs zu verherrlichen: die „Askari-Reliefs“, ein „Schutztruppen-Ehrenmal“ sowie die Terrakotta-Porträts deutscher Kolonaloffiziere. Seitdem gibt es Streit, ob und wie die kolonialen Hinterlassenschaften der Öffentlichkeit präsentiert werden sollen.
Der Rundgang erläutert den Entstehungskontext der Denkmäler und führt in den Konflikt zwischen militaristischer Traditionspflege und postkolonialer Erinnerungskultur ein.

Treff:
Kaserneneingang Wilsonstr. 49 (Bus Kuehnstraße Ost).

Leitung:
Heiko Möhle

Dauer:
ca. 1,5 Stunden

Veranstalter:
Eine Welt Netzwerk Hamburg e.V.

Teilnahme:
6 € / erm. 4 €

Info:
www.ewnw.de
Fon 040-3589386

Mittwoch, April 04, 2007

Black Community on ARTE!

Am Donnerstag, 05.04.2007, zeigt ARTE ab 23.10 Uhr in der Sendung "Tracks" einen Beitrag über den Black History Month in Hamburg und die Black Community allgemein. Natürlich geht es auch um Schimmelmann...
Eine Wiederholung gibt es am Dienstag, 11.04. ab 1.20 Uhr.

Dienstag, April 03, 2007

"JFK in Schwarz": Was weiße Redakteure über Obama sagen

Da hat leider mal wieder jemand einen Artikel veröffentlicht, der eine - durch Mainstream-Theorie gefütterte - Positionierung nutzt, um die Situation von Afro-Amerikanern zu beurteilen, zu bewerten und etwas absurd und unreflektiert in Zusammenhang zu bringen. Ein Politik-Studium reicht da nicht unbedingt, wenn man seine eigene Perspektive nicht hinterfragt. Und dann kommen solche Passagen zustande:
"Und Afroamerikaner konnten besonders grausam mit ihresgleichen umgehen. Nur ein Beispiel aus längst überwunden geglaubten Zeiten: Hollywood, Oscar-Verleihung, 1940. Hattie McDaniel erhielt die erste afroamerikanische Trophäe in der Kategorie "beste Nebendarstellerin". Sie spielte das resolute Hausmädchen Mammy im Bürgerkriegsepos "Vom Winde verweht". Eine tragische Geschichte: Nicht nur, dass McDaniel an der Premiere des Films nicht teilnehmen durfte, weil sie schwarz war, nein, auch von Teilen der Bürgerrechtsbewegungen wurde sie bis zu ihrem Tod 1952 angefeindet. Der Vorwurf: Verherrlichung der Sklaverei."
Was es mit der Darstellung von Schwarzen bzw. der Versklavung in diesem Film auf sich hatte, wie durch die Rolle einmal mehr das Stereotyp der "Mammy" tradiert wurde, darum geht es Thilo Knott nicht. Auch nicht darum, dass es der Community in ihrer Kritik möglicherweise nicht um die Darstellerin als Person ging, sondern darum, in welchen eingeschränkten Bereichen es Schwarzen Menschen möglich war (und ist) in einer rassistischen, weißen Mehrheitsgesellschaft erfolgreich zu werden. Wir alle haben die Wahl, das Spiel mitzuspielen, um dann für unsere Performanz der Vorurteile "belohnt" zu werden, oder dafür zu kämpfen, als Individuen wahrgenommen zu werden - und als Menschen noch dazu! Dies ist eine Frage, mit der sich in Deutschland zum Beispiel der Verein "Schwarze Filmschaffende in Deutschland" beschäftigt.
Doch Thilo Knott hat noch mehr Weißheiten auf Lager, so zum Beispiel Folgendes über einen Muhammad Ali-Kampf:
"Ali wollte Patterson demoralisieren - und schrie ihn während des Kampfes immer und immer wieder an: "Komm schon, weißer Amerikaner!" Ali war sozusagen der erste Rapper auf dem Weg der Emanzipation der Schwarzen."
Aha, weil er seinen Gegner als weißen Amerikaner beschimpft hat, ist er ein Rapper. Interessanter Zusammenhang bzw. ein interessantes Verständnis von HipHop. Wenn ich also "blöder weißer Autor!" schreie, bin ich schon zur Rapperin geworden. Und ich dachte immer, da gehöre ein bisschen mehr dazu...

Der folgende Absatz zeigt dann das gesamte Ausmaß seiner Ignoranz: Er bemüht sich, den von Malcolm X oft verwendeten "House vs. Field Negroe"-Vergleich ins Spiel zu bringen und schafft es noch nicht mal, die in seinem Kopf präsenten N-Worte korrekt zu schreiben (deshalb ausnahmsweise mal ausgeschrieben):
"Vielleicht schuf dieser Weltmeisterschaftkampf die Gegenüberstellung, die auch heute, selbst in der Obama-Kontroverse, noch nachwirkt: unangepasster (schwarzer) "Niggar" gegen angepassten (weißen) "Niggar". Auch heute noch? Gut 40 Jahre später? Klar, sollte man meinen, diese Antipoden afroamerikanischen Bewusstseins seien überwunden. Keineswegs."
"Antipoden afroamerikanischen Bewusstseins", die "überwunden" werden müssen. Was für ein Glück, dass er uns aufklärt! Auch eine deutsche Version mit N-Wort folgt noch.
Schließlich konstatiert er zwischen den erfolgreichen und den andern Schwarzen einen "Riss zwischen ihnen, den leistungsorientierten Optimisten afrikanischer Einwanderer, und den anderen, den afroamerikanischen Teilen der Verweigerungshaltung". Aha, leistungsorientierte Optimisten gegen sich verweigernde (wahrscheinlich auch noch faule, primitive und sexbesessene nebst allen anderen Kolonial-Klischees, die uns sonst noch einfallen würden), äh, sagen wir doch einfach mal, N***r. Sind doch alle selbst schuld, wenn aus ihnen nichts wird!
Wollen Sie uns das sagen, Herr Knott?

Und bei der Emanzipation geht es natürlich nicht um die Befreiung von Rassismus, sondern um Folgendes:
"Zumindest ein Teil der Afroamerikaner hat sich emanzipiert von der vormals natürlichen Verbindung zwischen Hautfarbe und (politisch-gesellschaftlicher) Identität."
Na, wenn diese Erkenntnis "zumindest" bei einem Teil angekommen ist, besteht ja noch eine Chance. Vielen Dank für die Lektion, Herr Knott!

Links des Tages 03.04.2007

- Bilanz rechtsextremer Übergriffe 2006: Dass sich selbst in den öffentlichen Statistiken die Zahlen der "rechtsextremen Übergriffe" (was auch immer damit gemeint ist, die meisten Übergriffe aus rassistischen Gründen werden nämlich nicht von "Rechtsextremen" verübt) erhöht haben, wurde jetzt Thema:
"Die Zahl der rechtsextremen Straftaten in Deutschland ist 2006 offenbar auf einen neuen Höchststand gestiegen.
Folgen daraus? Die Idee zu einem Demokratiegipfel und Kritik vom Zentralrat der Juden, während man dort lobt: "dass Polizei und Justiz mittlerweile sensibler mit dem Thema umgingen". Das würde ich gerne mal von Opfern rassistischer Rastrfahndung bzw. auch von Schwarzen Häftlingen hören (und erinnere noch einmal an die jüngsten Vorfälle in einer Berliner Polizeischule). Immerhin positiv, dass überhaupt über das - zumindest offizielle - Ausmaß der Gewalt berichtet wird. U.a. auch hier.

- Ermyas M.: Vor Gericht schint im Fall von Ermyas M. seit Tagen nichts mehr passiert zu sein, allerdings geht man in der aktuellsten Berichterstattung davon aus, dass niemand für den Beinahe-Tod zur Rechenschaft gezogen wird. Die veröffentlichten Artikel zum Thema sind durchgängig einseitig, relativ unkritisch und weisen eine bedenkliche Wortwahl auf (zu viele Issues, um hier im Einzelnen darauf einzugehen). Beispiele hier, hier und hier.
Was ebenfalls in einigen Texten betont wird, ist, dass bei dem Fall "anfangs von einer ausländerfeindlichen Tat ausgegangen wurde, sich dieser Verdacht aber nicht halten ließ". Nicht ausländerfeindlich ist klar, Ermyas ist ja deutsch. Rassistisch ja, oder warum wurde er als N****r beschimpft?

-"Protestmarsch gegen G-Unit": Nach weiteren gewalttätigen Zwischenfällen im Zusammenhang mit den Crews rund um 50Cent und Tony Yayo, wurden Protestmärsche und Boykottaufrufe (Ecko, Adidas, Reebok) initiiert.

- Bremen als Stadt ohne Rassismus:
"Bremen ist Deutschlands erste Kommune "ohne Rassismus". Die Stadt darf den Titel führen, seit vergangenes Jahr zwei Drittel der Abgeordneten eine Antidiskriminierungs-Agenda unterschrieben. (...) In Chemnitz, gemeinsam mit Bremen Modellkommune als "Stadt ohne Rassismus", scheiterte die Zwei-Drittel-Resolution an der Ablehnung durch die CDU. In Bremen hingegen hätten - abgesehen von zwei erkrankten - 100 Prozent der Abgeordneten unterschreiben, sagt Seidel."

Quote of the Day!

"THE BALD EAGLE AS AN EMBLEM OF AMERICA.
For my own part, I wish the Bald Eagle had not been chosen as the Representative of our Country; he is a Bird of bad moral Character; he does not get his living honestly; you may have seen him perch'd on some dead Tree, near the River where, too lazy to fish for himself, he watches the Labour of the Fishing-Hawk; and, when that diligent Bird has at length taken a Fish, and is bearing it to his Nest for the support of his Mate and young ones, the Bald Eagle pursues him, and takes it from him. With all this Injustice he is never in good Case; but, like those among Men who live by Sharping and Robbing, he is generally poor, and often very lousy."

Benjamin Franklin, Autobiography and Other Writings (Bantam Classics), 1784

Ich bin eigentlich der Meinung, dass der Weißkopfseeadler ganz gut passt... Oder täusche ich mich da?