Posts mit dem Label quote werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label quote werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, November 14, 2008

Blacknowledgement - bell hooks über das Hinsehen

Bin wieder einmal bei Recherchen auf wichtige Zitate gestoßen. Hier eines von bell hooks, die bei BLACKprint schon häufiger aufgetaucht ist (klick, klick):
Für Schwarze gibt es Handlungsspielräume, in denen wir zum einen den Blick des Anderen hinterfragen können. Zum anderen können wir aber auch den Blick erwidern, einander anblicken und das Gesehene benennen. Das "Hinsehen" war und ist weltweit eine Geste des Widerstands für kolonisierte Schwarze. Menschen, die Machtbeziehungen unterworfen sind, lernen durch Erfahrung, daß es ein kritisches Hinsehen gibt, das "sieht", um zu dokumentieren, das oppositionell ist. Im Widerstandskampf liegt die Macht der Beherrschten darin, ihre Handlungsfreiheit zu behaupten, indem sie "Bewußtheit" für sich in Anspruch nehmen und pflegen. Das wiederum politisiert die "Sichtverhältnisse" - wir lernen auf eine bestimmte Art zu sehen, um Widerstand zu leisten.
Aus dem Aufatz "Der oppositionelle Blick: Schwarze Frauen als Zuschauerinnen" in Black Looks: Popkultur - Medien - Rassismus


Donnerstag, August 28, 2008

Quote of the Day - Vorbilder

Each of us, famous or infamous, is a role model for somebody, and if we aren't,
we should behave as though we are: cheerful, kind, loving, courteous. Because
you can be sure someone is watching and taking deliberate and diligent notes.
Maya Angelou

Dienstag, Juni 03, 2008

Quote of the Day: "Innocent Racism"

Nachdem ein Text, der in dem Buch Deutschland Schwarz Weiß. Der alltägliche Rassismus ein Kapitel eröffnet, nun schon von diversen Bloggern veröffentlicht wurde (z.B. hier und hier), will ich ihn auch den Lesern von BLACKprint nicht länger vorenthalten:

INNOCENT RACISM

Wann immer ich meine Texte lese,
wann immer ich keine Lust habe.
Fragen nach meiner "Herkunft" zu beantworten.

Wann immer ich meine Meinung zu Worten wie Negerküssen, Mohrenköpfen und "Mulatten in gelben Sesseln" sagen soll.

Höre ich von euch, dass das alles kein Rassismus ist, dass ich zu empfindlich bin, wenn sich mir der Atem zuschnürt,
dass all das in der Vergangenheit liegt und heute in DEUTSCHLAND keine Bedeutung mehr hat,
dass ich froh sein kann über meinen Exoten-Bonus und all die Türen, die sich deswegen für mich öffnen.

Ich bin drei, als ich auf gut fränkisch höre "du darfst fei net mitspielen"
Ich bin sechs, als man mir einredet, dass ich wie ein Affe aussehe und lieber im Busch Bananen pflücken soll.
Ich bin acht, als man meiner Mutter auf der Straße "Negerhure" hinterherschreit.
Noch immer acht, als eine alte Frau in der Straßenbahn meinen Bruder und mich auffordert, doch endlich nach Hause zu gehen. Wie wären ja schließlich lang genug hier gewesen.
Ich bin 13, als ich zum ersten Mal von einem Fremden angegriffen werde, als ich mir beim Zeitungaustragen mein erstes eigenes Geld verdiene und vom einem äteren Mann erst im Hausflur rumgeschubst und schließlich auf die Straße geworfen werde.

Ich bin 15, als ich auf einer Party zum ersten Mal Bekantschaft mit einem Springerstiefel in meinem Gesicht mache.
Ich bin 18, als ein Typ-den ich verdammt noch mal vorher wochenlang gedatet habe, um sicherzugehen, dass er auch wirklich mich meint - nach dem ersten Sex sagt "Wow, das war jetzt das erste Mal, dass ich mit ner schwarzen Frau im Bett war"


Jetzt bin ich 25 und kann es noch immer nicht leiden, wenn Leute mich auf nem Gehweg warten lassen, weil man mich zu oft gefragt hat, was ein Blowjob kostet.
Ich bin verdammte 25 und fremde Menschen fassen noch immer ohne zu fragen meine Haare an und erzählen mir, wie süß doch "Schokokinder" sind und dass sie soooo gern selbst eins hätten.

Freunde von mir tun das auch und denken, das wär ein Kompliment.

Halten mir vor, dass ich doch nur, weil ich so "exotisch" aussehe in Musikvideos und Werbespots rumhüpfe.
Als wenn ich das nicht selbst wüsste.
Als würde das irgendwas besser machen.
Als gäbe es ein alternatives Ich ohne mein Afro-Optik. Und was sollte das sein?

Aber ja, ich bin doch dankbar dafür, dass Ehemänner ihre Frauen mit mir betrügen wollen, um ein bisschen Würze in ihre leben zu bringen, wenn das Madras Curry auf dem Küchenregal nicht mehr aussreicht
dafür, dass man mir in Sachen Musik, Party, Sex und Übersetzung völlig vertraut, ohne zu hinterfragen, ob ich tatsächlich ne Ahnung hab
dafür, dass man einfach weiß, dass ich Singen, Tanzen und extrem gut Sexen kann, weil es mir in die Wiege gelegt ist.

Und wie könnte ich euch böse sein?
Ich bin schließlich noch am Leben
wurde nicht halbtot geprügelt, während man mich dreckiger Nigger genannt hat
wurde nicht an Händen und Füßen gefesselt und auf der Polizeiwache verbrannt
Musste keine Schuhsolen ablecken und "Heil Hitler" schreien.
Sollte nicht in den Kantstein beißen, damit man danach wie in "American History X" auf meinen Hinterkopf treten kann.

Nein, mir geht es gut.
Ich bin - zumindest in Hamburg Altona - relativ sicher,
kriege Jobs, man kann mich nicht ausweisen.

Und euer Rassismus ist so unschuldig
weil ihr weder Böses wollt, meint, noch tut
und einfach nicht versteht,
was ihr Tag für Tag, Spruch für Spruch und Frage für Frage
anrichtet.

Aber ich bin genau so unschuldig wie ihr.
Und ich war unschuldig mit 3, 6, 8, 13, 15 und 18
und bin und war trotzdem
ständig konfrontiert
mit eurem
innocent racism.


Flattr this


Creative Commons License
Innocent Racism - Spoken Word Poetry von Victoria B. Robinson steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung-Keine Bearbeitung 2.0 Deutschland Lizenz.

Montag, Mai 19, 2008

Quote of the Day!

Zum Geburtstag von Malcolm X nach langer Zeit mal wieder etwas Poetry. Diesmal nicht motivierend, aber dennoch Teil eines emotionalen Aktivisten-Daseins:

Lost home

I thought I had a home
amongst those who are like me
Did my best to empower
provide spaces
that are safe
and give support

But while I tried
to do that for others -
those who are like me
the home vanished
and became
an evil sucker
of spirits and energy

And as the struggle remains
there is only so much
I can take
while giving my all

So I'm leaving
to survive

Dienstag, August 21, 2007

Quote of the Day!

“If you are neutral in situations of injustice, you have chosen the side of the oppressor. If an elephant has its foot on the tail of a mouse and you say that you are neutral, the mouse will not appreciate your neutrality.

Bishop Desmond Tutu, Spiritual Leader and Novelist

Quelle

Mittwoch, Mai 09, 2007

Viele traurige Anlässe/Linksammlung

Nicht nur, dass hier in Hamburg gerade diffuses Chaos ausbricht, weil G8-Gegner kategorisch kriminalisiert werden, es gibt auch in den Weiten des world wide web und der Medienwelt Dinge zu berichten, die mich nur mit einem hilflosen Kopfschütteln zurücklassen.

Hier geht's los:

- NPD-Entgleisung in Dresden: Da, wo die NPD schon im Landtag ist, wird deren Gedankengut nicht nur laut verbreitet, sondern auch kommentarlos von der CDU hingenommen (bzw. reagiert man dann erst im Nachhinein, wenn andere sich beschweren):

Ziel der anderen Parteien sei es, so Apfel weiter, eine "entwurzelte Masse ethnokultureller Kastraten zu schaffen". Es müsse den Verantwortlichen immer klar gewesen sein, "dass man N**** und Tatarenstämme nicht einfach in Deutschland integrieren" könne.
Für zusätzliche Verärgerung sorgt das Verhalten von Landtagspräsident Erich Iltgen. Der CDU-Politiker hatte die Äußerungen Apfels stillschweigend hingenommen.
(...)
Landtagspräsident Iltgen reagierte auf die Kritik und erteilte dem Fraktionschef der rechtsextremen NPD, Apfel, einen nachträglichen Ordnungsruf. Apfel habe die in Deutschland lebenden Ausländer und Asylbewerber pauschal verunglimpft und beleidigt. Iltgen sprach von ungeheuerlichen Äußerungen, die den Tatbestand der Volksverhetzung erfüllten.
Von all den offensichtlichen Ungeheuerlichkeiten abgesehen, ist auch in puncto "Kritik" noch anzumerken, dass die Menschen, die auf rassistische, nicht hinnehmbare Weise als "N****" bezeichnet werden, nicht automatisch "Ausländer und Asylbewerber" sind, sondern mitunter (seit einigen Jahrhunderten) auch deutsche Staatsbürger. [Dieser Hinweis bedeutet keine Distanzierung zu Flüchtlingen und Menschen nicht-deutscher Nationalität!]
Im Übrigen vielen Dank an den MDR, der die Aussprüche des NPD-Apfels auch in dem Audio-Beitrag vollständig zitiert!

- CSU in Regensburg: Um gleich mal zu der Partei zu kommen, die mir im Zusammenhang von NPD und CDU als nächstes einfällt, auch bei der CSU zeigt sich einmal mehr die rechts-nationalistische, von einem rassistischen Verständnis geprägte Seite:
Seit Jahren sind führende Mitglieder mit dem Vorwurf des Rechtsradikalismus konfrontiert. Im Brennpunkt: CSU-Stadtrat Thomas Fürst.
(...)
Jetzt gehen die Fürst-Kritiker in die Offensive: Sieben CSU-Ortschefs, die sich als "die jungen Ortsvorsitzenden der Regensburger CSU" titulieren, haben ein 33-Seiten-Dossier über "rechte Umtriebe" im eigenen Kreisverband zusammengestellt, das SPIEGEL ONLINE vorliegt.
Darin werfen sie Thomas Fürst vor, er habe im Jahr 2003 ein Mädchen, das in der Jungen Union mitarbeiten wollte und deren Großvater schwarzer Hautfarbe war, mit einem perversen rassistischen Schimpfwort bedacht. "Thomas Fürst schrieb alle Vorschläge auf seinem Block mit. Statt den Namen des oben genannten Mädchens aufzuschreiben, schrieb er: (es folgt der Begriff)", erinnert sich ein Zeuge in seiner schriftlichen Aussage für das Dossier.
Auch, wenn ich dem Spiegel in diesem Fall einmal sehr dankbar dafür bin, dass der rassistische Begriff nicht reproduziert wurde, kenne ich den Wortlaut von anderer Stelle und kann nur sagen, dass mir nicht klar ist, wie eine Partei, die sich als sozial und demokratisch versteht (ganz zu schweigen von christlich, aber dieses Adjektiv lässt sich ja sehr unterschiedlich auslegen), solche Führungspersönlichkeiten halten/schützen/verteidigen kann.

- "Der Hochmut des Westens": Der Spiegel mit einem Artikel über die scheinheilige Behandlung/Auslegung des Islam im Vergleich zum Christentum. Der Text wurde zwar aus der FAZ übernommen, aber das ist ja schon mal ein Schritt hin zu einer etwas ausgewogeneren Darstellung:
Das Bemühen, den Islam zu kommentieren und unserem Bild gemäß zu korrigieren, übertrumpft derzeit die gebotene Zurückhaltung im Umgang mit einer Religion, der man nicht angehört, und verstellt vor allem den Blick auf die gegenwärtig besorgniserregenden Probleme und Perversionen in den westlichen Demokratien.
Ich will hier gar nicht so viel zitieren, dafür gibt es zu viele sehr interessante Punkte in dem Artikel, bitte einfach hingehen und lesen. Komplett! [Danke an Jean-Luc für den Tipp]

- Unschuldiger nach 25 Jahren Haft freigesprochen: Einer der vielen Fälle, in denen ein unschuldiger Mensch über Jahrzehnte sein Leben unter schlimmsten Erniedrigungen und Einschränkung all seiner Rechte in einer Zelle fristet.
Miller hatte stets seine Unschuld beteuert und aus dem Gefängnis hunderte Briefe an Anwälte, Journalisten und Bürgerrechtsorganisationen geschrieben. Die Initiative "Innocence Project" setzte schließlich die DNA-Analyse durch. Anwälte der Initiative sehen in Millers Fall ein Paradebeispiel für die Fehler bei Zeugenaussagen - vor allem in Fällen, in denen das Opfer weiß und der Täter schwarz sei.
- Soul-Food: Zum Schluss noch etwas Großartiges, das uns allen Mut machen soll. Mut, zu sprechen!

Donnerstag, April 19, 2007

Quote of the Day!

“Never argue with fools. They lower you to their level and beat you with experience.”
Gefunden bei Marc Lamont Hill

Dienstag, April 03, 2007

Quote of the Day!

"THE BALD EAGLE AS AN EMBLEM OF AMERICA.
For my own part, I wish the Bald Eagle had not been chosen as the Representative of our Country; he is a Bird of bad moral Character; he does not get his living honestly; you may have seen him perch'd on some dead Tree, near the River where, too lazy to fish for himself, he watches the Labour of the Fishing-Hawk; and, when that diligent Bird has at length taken a Fish, and is bearing it to his Nest for the support of his Mate and young ones, the Bald Eagle pursues him, and takes it from him. With all this Injustice he is never in good Case; but, like those among Men who live by Sharping and Robbing, he is generally poor, and often very lousy."

Benjamin Franklin, Autobiography and Other Writings (Bantam Classics), 1784

Ich bin eigentlich der Meinung, dass der Weißkopfseeadler ganz gut passt... Oder täusche ich mich da?

Montag, März 05, 2007

Quote of the Day!

Pride

Let all who will
Eat quietly the bread of shame.
I cannot,
Without complaining loud and long,
Tasting its bitterness in my throat,
And feeling to my very soul
It's wrong.
For honest work
You proffer me poor pay,
For honest dreams
Your spit is in my face,
And so my fist is clenched-
Today-
To strike your face.


Langston Hughes, 1938, aus "A New Song" - gewidmet an Gerhard Fuchs, für den das Schimmelmann-Debakel auch nach seiner Beförderung nicht zu Ende ist!

Dienstag, Januar 23, 2007

Quote of the Day

Heute ein Zitat aus einem Buch, in dem u.a. mein neuer Arbeitgeber "Ashoka - Innovators for the Public" vorgestellt wird:

"In the fight for an ideal, we face those who are deceptive, envious and incompetent. The man who is firm pays no mind to such people and wastes no time counting them. For he who marches toward the light need not worry about what occurs in the darkness."


Gilt natürlich nicht nur für "the man", sondern auch alle anderen Geschlechter...


Die Welt verändern. Social Entrepreneurs und die Kraft neuer Ideen

Mittwoch, Januar 17, 2007

Quote of the Day

Ab jetzt nicht täglich, aber immer mal wieder: Worte, die mir viel bedeuten und die kämpferische Menschen wie mich immer wieder motivieren. Zum Start ein paar Zeilen aus der Widmung eines Buches, in dem viele Frauen sehr viel Mut bewiesen haben:

"the road is so very long
but never mind
we are already walking"

aus: Popoola, Olumide/Sezen, Beldan (Hrsg.). Talking Home: Heimat aus unserer eigenen Feder - Frauen of Color in Deutschland. Amsterdam: Blue Moon Press, 1999